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Thema: Sicherheitsausrüstung für Sportboote

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    Standard Sicherheitsausrüstung für Sportboote

    In Deutschland ist die allgemeine Ausrüstungspflicht für Sportboote in den meisten Punkten eher schwammig über den Begriff der seemännischen Sorgfaltspflicht geregelt. Die offiziellen Veröffentlichungen, die diesen Begriff bezüglich der zweckmäßigen Sicherheitsausstattung näher definieren, sind zwar keine Gesetze oder Verordnungen. Dennoch ist es natürlich sinnvoll sich daran zu orientieren:
    Sehr detailliert ist dagegen die Lichterführung vorgeschrieben. Darüber hinaus gibt es einige weitere Vorschriften, die bestimmte Ausrüstungen voraussetzen:
    • Auf See benötigt man bei unsichtigem Wetter ein Signalhorn, um die vorgeschriebenen Schallsignale geben zu können
    • Boote ab 7m Länge benötigen tagsüber beim Ankern vor der Küste einen Ankerball
    • Auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes darf man bei unsichtigem Wetter generell nur mit Binnenfunkanlage fahren
    • Auf einigen Strecken gilt bei unsichtigem Wetter sogar Radarpflicht (für Fahrten die über das unverzügliche Aufsuchen eines Liegeplatzes hinaus gehen)
    • Bestimmte Strecken dürfen auch tagsüber nur mit Binnenfunkanlage befahren werden
    Einige Landesschiffahrtsordnungen fordern auf den Landesgewässern, für die sie gelten, zusätzliche Sicherheitsausrüstung, z. B.:
    • CE-zertifizierte Rettungsmittel für alle an Bord befindlichen Personen
    • Der Bootsgröße angemessene Lenzeinrichtung(en)
    • Einen oder mehrere Feuerlöscher, falls Verbrennungsmotor, Heizung und/oder Kocher an Bord ist/sind
    • Prüfprotokoll für Flüssiggasanlage, falls vorhanden (Prüfung muss alle drei Jahre wiederholt werden)
    Alles das ist ohnehin sinnvoll und daher auch in vielen Ausrüstungsempfehlungen enthalten (z. B. vom ADAC). Manche davon gehen allerdings teilweise (und abhängig vom Fahrtgebiet) noch sehr viel weiter, so z. B. die Zulassungsvorschriften für Sportboote in Österreich oder die Sicherheitsrichtlinien der Keuzerabteilung des DSV.

    Im Ausland gibt es teils bindende Ausrüstungspflichten, die oft auch von Booten unter deutscher Flagge gefordert werden. Beispiele sind Niederlande, Italien, Schweiz und Kroatien; Details findet man in der entsprechenden Revierinformation und in diesem PDF von Marina Wassersport.

    Obwohl dies nicht zur Sicherheitsausstattung gehört, sei darauf hingewiesen, dass deutsche Boote im Ausland generell die Bundesflagge und (keinesfalls darunter!) die Gastlandflagge führen (Details siehe Artikel des DMYV oder Merkblatt vom ADAC).

    Als Minimalausstattung für Fahrten im Binnen- und küstennahen Bereich würde ich ansehen:
    • Navigationsausrüstung (nur Küste): berichtigte Seekarten, Kompass, Tidenkalender, Wetterbericht
    • Log (Geschwindigkeitsmesser)
    • Anker, Ankerkette/-leine und ausreichend viele und lange Festmacher
    • 2 Stechpaddel (für große Boote oder in Fließgewässern besser Ersatzmotor)
    • Bootshaken und Fender
    • Passende Rettungswesten mit Reflexstreifen und Signalpfeife für jede Person an Bord
    • Signalhorn (elektrisch oder mit nicht brennbarer Treibgaskartusche)
    • Lenzeinrichtung: Lenzpumpe, Ösfass (auf kleinen Booten sind Falteimer praktisch)
    • Rote Flagge als Notsignal (v. a. tagsüber im Binnenbereich)
    • 2 bis 3 rote Handfackeln als Notsignal (nachts)
    • Wasserdichte Taschenlampe
    • Erste-Hilfe-Set (z. B. nach DIN13157 oder DIN13164; auf kleinen Booten sind kleine Sets speziell für Wassersport besser als gar nichts)
    Für längere Fahrten auf größeren Booten nimmt man zweckmäßig folgendes hinzu:
    • Beleuchtungseinrichtung(en) passend zur Bootsgröße
    • Hand- oder Echolot
    • Feuerlöscher
    • Bordapotheke mit gängigen Medikamenten
    • Zweitanker samt Ankerkette/-leine
    • Rettungsring mit 30m Schwimmleine (am Besten -- und in Italien unbedingt -- CE-zertifiziert mit vier Reflexstreifen)
    • Mehrere Fallschirm-Signalraketen mit rotem Leuchtsignal
    • 2 Rauchfackeln oder Rauchsignale mit orangefarbenem Rauch
    • 6 rote Signalfackeln, 4 weiße Signalfackeln
    • Manuelle Reserve-Lenzpumpe
    • Zweites, unabhängiges Signalhorn
    • Reserve-Kompass
    • Fernglas (ideal: mit eingebautem Peilkompass)
    • Radio oder NAVTEX-Empfänger
    • Radarreflektor oder besser Radartransponder (so hoch wie möglich angebracht)
    • Werkzeug, Reservepropeller, Reserveimpeller, bei Benzinern: Ersatzzündkerzen
    • Für Motorboote: Notmotor möglichst mit separatem Tank
    • Für Segelboote: Sicherheitsleinen und genügend Einpickstellen an Deck, Werkzeug zum Kappen von Wanten
    • Uhr, Barometer, Thermometer
    • Material zum Abdichten von Lecks
    • Leuchtboje oder Beleuchtungeinrichtung für Rettungsring
    • Binnen-/Seefunkanlage mit GPS (nur wenn entsprechende Funkscheine vorhanden)
    • eine EPIRB (Emergency Position Indicating Radio Beacon)
    In vielen Ländern wird gefordert, dass Flüssiggasanlagen regelmäßig geprüft werden und das Prüfprotokoll bei Kontrollen vorgewiesen werden kann.

    Wissenswertes über Rettungmittel (Rettungswesten, Rettungsinseln) und Signalmittel findet sich in der Broschüre Sicherheit an Bord - Rettungsmittel (PDF) des Fachverbands Seenot-Rettungsmittel e.V.
    Geändert von hyman (21.05.2017 um 01:46 Uhr) Grund: Links aktualisiert; weitere Ausrüstungsgegenstände und Links hinzugefügt
    Grüße von Horst

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