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Thema: Italien Nord Binnen - Allgemeines

  1. #1
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    Standard Italien Nord Binnen - Allgemeines

    Bitte diesen Artikel auf jeden Fall lesen, dann runter scrollen, dort finden sich weitere Artikel mit Angaben zu einzelnen Gewässern.

    Die deutschen Kennzeichen, Bootspapiere und Führerscheine werden in Italien generell anerkannt. Einige Besonderheiten in diesem Zusammenhang:
    • Boote bis 40PS unter italienischer Flagge dürfen führerscheinfrei gefahren werden. Für Ausländer fallen nur Charterboote unter diese Regelung, nicht aber eigene Boote unter ausländischer Flagge.
    • Für Boote unter deutscher Flagge sind Teile der sonst in Italien vorgeschriebenen Sicherheitsausrüstung verzichtbar. Stichwort "Certificato"; Details dazu siehe unter Bootspapiere, Zusätzliche Papiere im Ausland
    • Auf den Grenzseen zwischen Italien und der Schweiz (Lago Maggiore, Lago di Lugano) ist zusätzlich ein lokales Kennzeichen notwendig. Näheres siehe dort (Post #3).
    Die ohnehin empfehlenswerte Haftpflichtversicherung ist zum Befahren italienischer Binnen- und Küstengewässer gesetzlich vorgeschrieben. Seit Juni 2012 ist die bisherige Versicherungsfreiheit für Boote bis 4kW (3 italienische Steuer-PS = 5,44 PS) Motorleistung entfallen. Außerdem haben sich die bisherigen Mindest-Versicherungssummen wie folgt erhöht:
    • Bei Policen, die keine Trennung von Personen- und Sachschäden vornehmen: 6 Mio. Euro
    • Ansonsten für Personenschäden: 5 Mio. Euro und für Sachschäden: 1 Mio. Euro
    Man sollte rechtzeitig vor einer Italien-Reise die Versicherungssummen prüfen und ggf. erhöhen. Auch die Zusendung der mehrsprachigen blauen Versicherungsbestätigung sollte dabei vereinbart werden, wenn sie nicht ohnehin automatisch kommt. Diese Versicherungsbestätigung muss - zusammen mit den anderen Bootspapieren - immer an Bord sein.

    Für Boote ab 10 m Länge unter italienischer Flagge oder von in Italien steuerpflichtigen Eignern wird seit 2012 eine Sportbootsteuer erhoben [1, 2]. Die Höhe dieser Steuer hängt ab von Länge und Alter des Boots.

    Zum Sportbootfahren in Italien gibt es, wie für viele europäische Länder:Bis auf den ersten Link sind darin jeweils auch Informationen für die Küstenreviere enthalten.

    Die folgenden digitalen Karten für Kartenplotter, PC und Mobilgeräte bieten auch Abdeckung einiger norditalienischer Binnengewässer:Details zu elektronischen Kartenformaten, Geräten und Software finden sich in den Artikeln zur elektronischen Navigation.

    Papierkarten gibt es für einige der oberitalienischen Seen vom Istituto Idrografica della Marina (IIM):
    • 861 - Lago Maggiore (Verbano) 1:50000
    • 862 - Lago di Garda (Benaco) 1:50000
    • 863 - Lago d' Iseo (Sebino) 1:25000
    • 864 - Lago di Como (Lario) 1:50000
    Leider sind diese Karten auf Papier in Deutschand kaum zu bekommen; am ehesten findet man sie in einschlägigen italienischen Webshops. Sie sind jedoch auch in die digitalen C-Map-Karten der Gebiete MW1, MW6, W7, W17, W+28, L90 und L+127 eingepflegt. (Der Gardasee ist darin nicht mit der Karte IIM 862, sondern mit einer auf Papier nicht verfügbaren Karte im Maßstab 1:25000 und zahlreichen Detailkarten besonders gut vertreten.) Weitere Karten werden bei den einzelnen Gewässern genannt.

    Führer und Karten für Norditalien bekommt man u. a.:Die Seen am Alpensüdrand haben ein manchmal launisches Wetter. Plötzliche Wetterumschwünge, die mit starken Winden einher gehen können, sind besonders für Kiter, Surfer, Segler, Boote mit sehr kleinen Motoren oder im Fall eines Maschinenausfalls gefährlich.

    Slipstellen gibt es an allen Gewässern, in manchen öffentlichen Häfen sogar kostenlos. Im Spätsommer sind sie aber mancherorts wegen niedrigen Wasserstands nicht (oder nur für kleine Boote) nutzbar. Alternativ kann man kranen lassen, was in fast allen größeren Marinas möglich ist und üblicherweise zwischen 40 und 100 Euro pro Vorgang kostet.

    Zum Setzen einer eigenen Boje ist generell eine (in der Regel kostenpflichtige) Genehmigung erforderlich, die für einen Urlaub selten lohnt. Hafen- und Bojenplätze sind in der Hauptsaison Mangelware und sollten vorab gebucht werden. Bojen kosten ab 10 Euro, Hafenplätze ab 20 Euro (jeweils pro Tag). Viele Ferienunterkünfte haben eigene Bojenplätze oder können welche vermitteln.

    Leider bieten nicht alle Gemeinden Gastliegeplätze für Kurzbesuche an. Wo es Gastliegeplätz gibt, sind diese nicht immer eindeutig kenntlich gemacht; man muss also ggf. nachfragen. Das Festmachen an freien Positionen in Häfen oder unbelegten Bojen ist keine Alternative und kommt allenfalls für kurze Zeiträume in Frage, wenn man beim Boot bleibt. Ankern - auch über Nacht - ist außerhalb von Naturschutzgebieten, Badezonen, Hafeneinfahrten und Schiffahrtslinien in der Regel erlaubt.
    Geändert von hyman (02.04.2016 um 18:06 Uhr) Grund: Links aktualisiert; Steuer und Versicherung

  2. #2
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    Standard Lago di Garda (Benaco, Gardasee)

    Grundlegende Information, auch zu den Besonderheiten des Gardasees, gibt es u. a. auf den folgenden beiden Websites:Einige kostenlose Übersichtskarten des Gardasees mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten gibt es bei visitgarda.com als PDF-Dateien.

    Das frühere Standardwerk für den Gardasee, die "Carta Nautica Lago di Garda" samt zugehörigem Beiheft von Lagir Alpina, ist inzwischen nicht mehr wirklich aktuell und nur noch vereinzelt erhältlich. Die Karte ist zwar sehr detailliert, enthält aber keine Seezeichen und dazu einige Fehler (so ist z. B. der Sportboothafen des Segelvereins Malcesine ca. 1km zu weit nordöstlich eingezeichnet und es fehlen die Untiefen vor San Vigilio und in der Baia del Vento). Die Information zu den Häfen im Beiheft sagt leider nichts über die Verfügbarkeit von Gastliegeplätzen - insgesamt trotz günstigen Preises nicht wirklich empfehlenswert.

    Ebenfalls nicht mehr ganz aktuell, aber im Versandhandel noch zu bekommen sind die oben genannte Karte IIM 862 und der "Seeführer Gardasee" vom Istituto Idrografico DeAgostini. Letzterem liegt eine Karte 1:75000 bei, die allerdings nicht sehr detailliert ist. Notfalls geht auch die Wander-, Rad- und Seekarte Lago di Garda, Monte Baldo, 1:50000, WK 102 aus dem Kompass-Verlag.

    Insgesamt ist alles, was es an käuflichen Papierkarten für den Gardasee gibt, nicht wirklich besser als die in den Touristeninformationsbüros kostenlos erhältliche Seekarte im Maßstab 1:75000. In dieser sind zumindest alle Untiefen eingezeichnet, wenn auch nicht so genau, dass man sich darauf allein für die Navigation im Nahbereich verlassen möchte. Es gibt diese Karte in mehreren Sprachen; nach meiner Erfahrung erhält man eine zufällige Sprache (z. B. italienisch, französisch, englisch), wenn man nicht explizit nach der deutschen Ausgabe ("versione tedesco") fragt.

    In den digitalen Kartenpaketen aller vier oben (Post #1) genannten Anbieter ist der Gardasee jeweils enthalten.

    Meine besondere Empfehlung gilt dem "Nautischen Handbuch Gardasee" im Selbstverlag des Autors Mario Posch. Dieses Buch enthält alle notwendigen Informationen, viele Detailkarten aller Untiefen, Ankerbuchten und Häfen, dazu Angaben zu Gastliegeplätzen auf dem neuesten verfügbaren Stand. Damit ist es die ideale Ergänzung zur kostenlosen Papierkarte vom Touristenbüro. Bezugsquellen und laufende Aktualisierungen (derzeit bis 2014) werden im Blog des Autors veröffentlicht.

    Gastliegeplätze gibt es (Stand Sept. 2011) zumindest in folgenden Häfen:
    • Malcesine (5 mehrsprachig mit Schildern gekennzeichnete Plätze gleich rechts an der Mole, Parkscheibe max. 2h, kostenlos)
    • Porto di Castelletto (nichts offizielles, ein Boot kann aber nach Auskunft eines Einheimischen innerhalb des Hafens direkt neben dem mit der Nummer 1 versehenen Liegeplatz längsseits festmachen)
    • Torri (Keine expliziten Gastliegeplätze; ein Boot kann notfalls hinter der Hafeneinfahrt an der nördlichen Mole längsseits festmachen, ohne mit den als privat oder reserviert gekennzeichneten Plätzen in Konflikt zu geraten. Außerdem gibt es direkt nördlich des Hafens zwei Restaurants mit Anlegern.)
    • Garda (obwohl keine Gastliegeplätze ausgewiesen sind, kann man im Neuen Hafen beim Tankwart - Mittagspause von 12 bis 14 Uhr - fragen und erhält in der Regel einen Bojenplatz bei der Tankstelle zugewiesen)
    • Bardolino (8 Plätze zwischen den Hafen und dem Kassenhaus der Navigarda, max. 3h, Parkschein lösen!)
    • Limone (10 Bojen samt Ringösen an der Mole zwischen altem und neuem Hafen, Liegezeitbegrenzung unbekannt, kostenlos)
    • Prato di Tignale (1 bis 2 Liegeplätze längsseits der Mole direkt an der Hafeneinfahrt, max. 4h, kostenlos)
    • Gargnano (mehrere Bojen und Ringösen an der Mole südöstlich des Stadthafens, Liegezeitbegrenzung unbekannt, kostenlos)
    • Marina di Bogliaco (2 bis 3 Liegeplätze längsseits der Mole im Bereich der gelben Markierung, zeitweise belegt von einem großen Schiff, Liegezeitbegrenzung unbekannt, kostenlos)
    • Maderno Porto Vecchio (mehrere Bojen und Ringösen an der Außenseite der Hafenmole, Liegezeitbegrenzung unbekannt, kostenlos)
    Manche Restaurants bieten ihren Gästen Anlegestellen, so z. B. in Molini, Torri del Benaco und Gardone Riviera. Bilder von einigen der Gastliegeplätze habe ich im Bilderthread Gardasee eingestellt. In den nicht genannten Häfen zwischen Torri und Navene am Ostufer sowie zwischen Limone und Gardone Riviera am Westufer gibt es derzeit keine Gastliegeplätze. Für die weiter südlich gelegenen Häfen habe ich keine eigene Erfahrung und kann daher nur auf das Handbuch von Mario Posch verweisen.

    In vielen Ankerbuchten sind Badezonen durch gelbe Bojen abgegrenzt. An den Bojen darf nicht fest gemacht und innerhalb des Badebereichs nicht geankert werden. Oft benötigt man eine recht lange Ankerleine/-kette, da der Grund oft steil bis in große Tiefen abfällt. Zu den schönsten Ankerbuchten gehören
    • die nach Süden göffnete Val di Sogno südlich von Malcesine, die auch bei starken Nordwinden guten Schutz bietet
    • die "Villabucht" im Osten und die Baia delle Sirene im Norden von San Vigilio (bei Garda). In der letzteren wurde jüngst der Badebereich so weit vergrößert, dass man nur noch außerhalb der Bucht mit sehr langem Ankergeschirr liegen kann.
    • rund um die Isola del Garda (jeweils in der Mitte der Insel im Norden und im Süden) und westlich davon (Baia del Vento)
    Gefahren – neben den schon oben angesprochenen Wetterumschwüngen – gehen von einigen Untiefen im südlichen Teil des Sees aus, die meist in den Karten zu erkennen und im Handbuch von Mario Posch detailliert beschrieben sind. Auch auf den Satellitenbildern von Bing oder Yahoo sind sie sehr schön zu erkennen (nicht aber auf denen von Google Map oder Google Earth).

    Der Süden des Sees wird vom Mincio entwässert, der schließlich südlich von Mantua in den Po mündet. Mit kleinen Motorbooten kann er auf den ersten ca. 5km bis zu einem Stauwehr befahren werden. Nur Paddler können es umtragen und weiter in Richtung Süden fahren. An diese in erster Linie wendet sich die kostenlos verteilten Papierkarte Fiume Mincio - Carta Nautico Turistica (Beschreibung auf der Website des Parco del Mincio).

    Der nördlichste, zur Provinz Trentino gehörende Teil des Sees darf nicht mit Motorbooten befahren werden; er ist den Surfern, Kitern und Seglern vorbehalten. Die Einhaltung dieser wie auch aller anderen Regeln wird auf dem Gardasee strenger kontrolliert als anderswo.

    Aktuelle Wettervorhersagen und Webcam-Bilder findet man hier:
    Angehängte Grafiken
    Geändert von hyman (02.04.2016 um 17:46 Uhr) Grund: Links aktualisiert; Satellitenbilder von Bing und Yahoo; Foto von Karte und Führer

  3. #3
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    Standard Lago Maggiore (Verbano, Langensee), Lago di Lugano (Ceresio, Luganer See)

    Der Lago Maggiore ist nach dem Gardasee der zweitgrößte See Italiens. Die nördlichen 20% seiner Fläche liegen in der Schweiz, die südlichen 80% in Italien. Vom Lago di Lugano gehört der größte Teil zur Schweiz; nur ca. 37% der Seefläche liegen in Italien.

    Aufgrund eines Abkommens der Schweiz und Italiens von 1992 (ratifiziert durch das italienische Gesetz 19/1997, geändert durch das Gesetz 201/2011) ist zum Befahren des Lago Maggiore oder Lago di Lugano ein besonderes lokales Kennzeichen vorgeschrieben. Zunehmend wird dies auch für Boote durchgesetzt, die bereits ein anderes Kennzeichen (z. B. aufgrund IBS oder WSA-Ausweis) haben. Man bekommt das Kennzeichen in Italien bei der Provinzverwaltung in Verbania oder den Gemeindeverwaltungen der Orte Baveno, Cannero Riviera, Cannobio, Ghiffa, Oggebbio oder Stresa. In der Schweiz sind die Verkehrsvereine in Locarno oder Casiano zuständig. Das Kennzeichen kostet ca. 30 Euro (ohne Postversand der Unterlagen). Folgende Unterlagen braucht man:
    • Reisepass oder Personalausweis
    • Sportbootführerschein Binnen
    • Ausweis über das deutsche Bootskennzeichen (WSA-Ausweis, Flaggenzertifikat oder IBS) oder sonstiger Eigentumsnachweis
    • Nachweis über die bezahlte Mehrwertsteuer (wenn das Boot nach 1985 in Betrieb genommen wurde)
    • Haftpflicht-Versicherungsbestätigung in italienischer Sprache (Versicherungssumme min. 6 Mio. Euro)
    • Liegeplatzbestätigung
    • Einzahlungsbeleg (die Gebühr muss vor Ort bei der Post einbezahlt werden)
    Da das beantragte Kennzeichen samt Anmeldebestätigung erst nach einer Bearbeitungzeit von bis zu 30 Tagen im Amt bereit liegt (oder zumindest von den italienischen Behörden gelegentlich an die Heimatatdresse versandt wird), lässt man sich vom quittierten Antrag gleich eine beglaubigte Kopie anfertigen, die man dann auf dem Boot mitführt. Ein rechtzeitiger Vorab-Antrag (mindestens sechs, besser 8 bis 10 Wochen vor Anreise) ist im Prinzip per Fax oder email (Antragsformular) und Auslandsüberweisung möglich, sehr viel einfacher aber mit Unterstützung vor Ort. Neuerdings bekommt man das Kennzeichen immerhin unbefristet, so dass man die Prozedur nur einmal durchlaufen muss. Hier gibt es als Ausfüllhilfe das Antragsformular in deutscher Sprache: Antrag Lagi I:CH.pdf

    Wer sein Quartier und seinen Liegeplatz in Italien hat, kann mit dem italienischen Kennzeichen derzeit auch die schweizerischen Seeflächen ohne zusätzliche Formalitäten befahren. Dies gilt allerdings nur für eine Aufenthaltsdauer von weniger als 24 Stunden. Unklar ist, wie lange diese Regelung noch gilt und welche Formalitäten zukünftig für diesen Fall nötig werden. Für Fahrten in der Schweiz muss man generell (auch für Tagesfahrten) die komplette vorgeschriebene Sicherheitsausstattung an Bord haben. Das oben (Beitrag #1) genannte Certificato wird von den Schweizer Behörden nicht anerkannt. Bleibt man über Nacht mit dem Boot in der Schweiz, ist in jedem Fall die Schweizer Bewilligung notwendig, die man zusammen mit dem Kennzeichen (Kennung Z...) in Locarno (Lago Maggiore) oder Casiano (Lago di Lugano) beantragt.

    Weitere Angaben zu den Regelungen in der Schweiz und Italien gibt es

    Außer der bereits oben genannten Papierkarte IIM 861 gibt es für den Lago Maggiore vom Club Nautico Verbano in Zusammenarbeit mit mehreren Touristenbüros eine recht handliche nautische Karte mit den wichtigsten Angaben. Sie kann bei den Hafenmeistereien der größeren Häfen bezogen werden. Für den Lago di Lugano gibt es keine expliziten Seekarten, grobe Orientierung bietet die auch als PDF erhältliche Cartina Nautica.

    Digitalkarten des Lago Maggiore sind in den entsprechenden Paketen aller vier oben (Post #1) genannten Anbieter enthalten. Abdeckung für den Lago di Lugano bieten dagegen nur Navionics, Jeppesen/C-Map und NaviCharT (nicht aber Garmin).

    Weitere nautische Literatur gibt es so gut wie nicht. Einzige Ausnahme ist der -- teilweise online veröffentlichte -- Führer Portolano del Lago Maggiore (Edition Hoepli, 2005) in italienischer Sprache.

    Die Bootstankstellen sind üblicherweise in der Schweiz billiger als in Italien (aber immer noch teurer als Straßentankstellen im entsprechenden Land).
    Angehängte Dateien
    Geändert von hyman (30.08.2017 um 08:13 Uhr) Grund: Link Bootfahren Lago Maggiore, Angaben zum lokalen Bootskennzeichen aktualisiert

  4. #4
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    Standard Lago di Como (Lario, Comer See)

    Der Comer See ist bei Italienern als Revier außerordentlich beliebt; es gibt zahlreiche Marinas. Lohnend ist der Comer See aus mehreren Gründen:
    • Er bietet fast alle Möglichkeiten, die man sich zum Segeln oder Motorboot fahren wünschen kann
    • Er ist in eine wunderbare, teils alpine, teils mediterrane Lanschaft eingebettet
    • Seine Ufer sind von zahlreichen alten Villen (siehe z. B. Artikel in Spiegel Online und Die Welt Online oder auf comersee-info.de) und sonstigen architektonischen Kleinodien geschmückt
    • Es gibt eine traditionsreiche, gute Infrastruktur für Bootsfahrer (in Sarnico am Comer See befindet sich die ursprüngliche Heimat der legendären Riva-Bootswerft)
    Das generelle Tempolimit auf dem See beträgt 25 Knoten. Strikt nur Standgas gilt neben der Uferzone (150m) auch auf dem Laghetto di Piona sowie im Bereich zwischen der Isola di Comacina und dem nahen Seeufer. Die Mera und der nach Norden angrenzende Lago di Mezzola haben zahlreiche Untiefen und dürfen nur von Booten bis 20PS mit max. 10km/h befahren werden. Zumindest für Gäste der Campingplätze an der Mera wird das PS-Limit wohl nicht so eng gesehen, wenn langsam gefahren wird.

    Tubes sind auf dem Comer See verboten (300 Euro Strafe!), Wasserski mit den oben genannten Einschränkungen erlaubt. Ansonsten gibt es Beschränkungen und Befahrensverbote nur an ganz wenigen Stellen.

    Der Comer See steht etwas im Schatten von Gardasee und Lago Maggiore. Das hat auch einen Vorteil: Es geht (zumindest im nördlichen Teil) selbst in der Hauptsaison recht gelassen zu, außer an den Wochenenden.

    Nautische Fachliteratur gibt es fast keine (und die nur in italienischer Sprache). 2012 wurde der vergriffene Führer Portolano del Lago di Como größtenteils online veröffentlicht (kostenlos).

    2011 ist im Rahmen des Progetto Navigazione Sicura (Projekt Sichere Navigation) die kostenlose Seekarte "Carta Nautica del Lago di Como" erschienen. Man erhält sie wie folgt:
    • Auf Papier (mehrere wasserfeste Kartenblätter im Maßstab 1:20000) leider fast nur in den Büros der Autorità di Bacino del Lario e dei Laghi Minori:
      • Menaggio, Piazzale Vittorio Emanuele (im Norden des Orts bei der Minigolfanlage), Öffnungszeiten Montag, Donnerstag und Freitag von 10:00 bis 12:00 Uhr sowie Dienstag von 14:30 bis 17:00
      • Varenna, Piazza Venini, beim Rathaus (Municipio), geöffnet Dienstags von 10:00 bis 12 Uhr und von 14:30 bis 16:30 Uhr sowie Freitags von 10:00 bis 13:00 Uhr
      • Andere Verteilstellen können evtl. bei der Autorità telefonisch erfragt werden: +390344/34161 (Menaggio) oder +390344/32165 (Varenna)
    • Zum Download als PDF auf der Website der Autorità di Bacino del Lario e dei Laghi Minori (leider nur in mäßiger Qualität)
    • Als App für iPhone und iPad (im iTunes Store), Android 1.5 bis 4.0 oder Android ab 4.1 (bei GooglePlay, nur für Smartphones, nicht auf Tablets lauffähig).
    • Als interaktive Web-Karte (mit zusätzlichen Informationen aus dem oben genannten Führer Portolano del Lago di Como)
    Neben den Karten im Maßstab 1:20000 ist enthalten:
    • eine Übersichtskarte
    • Karten und Tabellen zu typischen Wetterlagen
    • Informationen für Notfälle
    Notfalls tut es auch eine ältere Karte, die man in manchen Touristenbüros bekommt (online als Scan mäßiger Qualität oder mit zusätzlichen Hafenkarten als Google-Earth-Overlay) oder die Karte Lago di Como-Lago di Lugano, 1:50000, WK 91 aus dem Kompass-Verlag.

    Aus den oben genannten PDF-Dateien des Cosorzio, den Scans der älteren Papierkarte und Google-Satellitenbildern habe ich eine Digitalkarte im BSB/KAP-Format erstellt. Leider sind die Dateien zu groß, um sie hier einzustellen. Wer sie haben möchte, meldet sich bei mir per PN.

    Kommerzielle Digitalkarten für den Comer See gibt es von drei der vier oben (Post #1) genannten Anbieter, nicht aber von Garmin.

    Gastliegeplätze kenne ich (Stand Juli 2012) an folgenden Orten des nördlichen Comer Sees:
    • Gera Lario: im neuen Hafen 1-2 kostenlose Plätze ohne Kennzeichnung oder Zeitbegrenzung längsseits am Schwimmsteg ganz rechts bei der Sliprampe (bitte immer einen Platz zum Slippen frei halten!)
    • Colico Communale: im alten Hafen 2-3 Plätze längsseits am Steg ganz rechts, ebenfalls ohne Kennzeichnung oder Zeitbegrenzung (kleine Boote sollten nach Möglichkeit den Bereich mit geringer Wassertiefe nah an der Rampe nutzen)
    • Südlich der Einfahrt zum Laghetto di Piona (aber nördlich der Schiffsanlegestelle) gibt es einen Betonsteg, an dem (gut abgefendert) 1 bis 2 Boote anlegen können. (Besser vormittags, da der Liegeplatz dem häufigen nachmittäglichen Südwind schutzlos ausgesetzt ist. Die Abbazia di Piona erreicht man von dort durch etwas Gestrüpp und ein Tor im Zaun, das bei unserem Besuch nur angelehnt war. Eintrittsgeld wird ohnehin nicht verlangt. Ein kleiner Kiosk verkauft Erfrischungen.)
    • Im nördlichen Teil der Bucht von Gravedona gibt es einen Schwimmsteg, an dem die gleichen Parkscheine zu EUR 0,60 pro Stunde (Minimum EUR 0,20) verlangt werden, wie am direkt benachbarten Autoparkplatz. (Die nahe gelegene Eisdiele können wir aus eigener Verkostung empfehlen.)
    • in Cremia gibt es am Schwimmsteg außerhalb des Hafens mehrere unscheinbar gekennzeichnete Liegeplätze (kostenlos, max. 2h). Evtl. kann man auch auf der Innenseite des Schwimmstegs anlegen, wo keine Plätze nummeriert oder sonst gekennzeichnet sind.
    • in Varenna (Fiumelatte) am T-förmigen Schwimmsteg vor der Hafenmole (kostenlos, bis zu 2h)
    • in Menaggio gib es nur noch einen der beiden Schwimmstege, den ca. 0,1 nm nordöstlich des Hafens. Das Anlegen dort kostet seit 2012 5 Euro (maximale Zeit nicht bekannt).
    • In Bellagio-Loppia gibt es eine Strandbar, an deren Schwimmsteg Kunden anlegen dürfen. (Wenn der Schwimmsteg nicht voll belegt ist, kann man das auch für kleinere Sightseeing-Touren nutzen. Für einen Besuch von Menaggio ist dieser Anleger zu weit südlich gelegen, zum Palazzo Melzi mit seinen Gärten ist es dagegen nicht allzu weit.)
    • Auf der Isola de Comacina gibt es ein Restaurant mit Anlegestegen für Kunden
    Nach den Angaben in Führer und Website "Portolano del Lago di Como" gibt es auch in folgenden Häfen offizielle Gastliegeplätze:
    • Como S. Agostino (T-förmiger Schwimmsteg im alten Hafenbecken mit der geschwungenen Mole)
    • Argegno (Schwimmsteg in der Nähe der Telo-Mündung)
    • Sala Comacina (Kleiner Steg zwischen Altem und Neuem Hafen)
    • Lenno (T-förmiger Schwimmsteg in der Mitte der Bucht, nahe einem Parkplatz)
    • Varenna Riva Grande (Steg außen am Molenkopf)
    • Malgrate (Steg südöstlich des Hafens)
    • Oliveto Lario (Schwimmsteg nördlich des kleinen Hafenbeckens)
    • Bellano Centro (Steg nördlich des Hafens)
    • Dervio Porto Vecchio (Steg nördlich des Hafens)
    • Piona (in der Nähe des Stegzugangs von Land)
    • Gravedona Communale (weitere Schwimmstege südlich des oben beschriebenen, direkt nördlich und südlich des Hafens)
    Bootstankstellen gibt es in:Sie sind generell teurer als die Straßentankstellen, die es hie und da in unmittelbarer Nähe der Häfen gibt (so z. B. bei Menaggio Communale, Dervio S.Cecilia, Bellano, Valmadrera, Moregallo Boat Service, Mandello-Pra Magno, Tremezzo und Como-Tavernola).

    Am nördlichen Comer See kenne ich die folgenden Slipstellen aus eigener Anschauung:
    • Gera Lario im neuen Hafen (kostenlos; recht steil und stufig; mit Gastliegesteg unmittelbar daneben)
    • Piona beim kleinen Campingplatz "El Logasc" (kostenlos; Schotter; Zufahrt für mittlere Gespanne nicht ganz einfach, für größere nicht zu empfehlen)
    • Domaso am Parkplatz zwischen Nautico Domaso und dem Neuen Hafen (Kostenlos; steil und kurvig. Direkt daneben hat auch der Sporting Club eine Sliprampe, die aber von der Straße aus nicht zugänglich ist.)
    • In Gravedona beim Centro Vela Alto Lario an der Via Scuri ganz in der Nähe der Kirche am südlichen Ortsrand, leider schwierig mit dem Auto zu erreichen: Die Via Scuri ist entlang des Strandes Einbahnstraße (von Süd nach Nord) und kann in diesem Bereich mit Schranken abgesperrt werden. Meist stehen diese wohl offen, aber man weiß ja nie... (kostenlos; sehr breit und mit optimaler Steigung)
    • Die beim Centro Vela Dervio an der Via alla Darsena/Via Enrico Fermi, ca. 100m nördlich der Dervio-Mündung in den See (kostenlos; macht vom Wasser aus einen guten Eindruck)
    • Cremia (kostenlose, recht lange, steile Sliprampe mit enger Zufahrt im kommunalen Hafen)
    Soweit nicht anders angegeben, steht an den Slipstellen kein Steg zur Verfügung. Die ersten drei wie auch die in Cremia sind nur für kleinere Boote oder mit überdimensioniertem Allrad-Zugfahrzeug zu empfehlen. Die in Domaso und Gravedona können bei Nordwind erheblichem Wellengang ausgesetzt sein, da sie nicht in geschützten Hafenbecken liegen. In Dervio gilt dasselbe bei allen Windrichtungen (außer bei so gut wie nie vorkommendem Ostwind).

    Darüber hinaus gibt es auch in folgenden Häfen Slipstellen und/oder Kräne, die ich aber nicht selbst kenne:Manche Campingplätze haben breite Tore zum Strand, die in den Morgen- und Abendstunden ohne Badebetrieb auch mit Gespann befahren werden können. Oft muss dort allerdings der Trailer weit versenkt werden, so dass ein Bergegurt zum Herausziehen gute Dienste leistet.

    Weitere Hinweise zum Bootfahren (und Tourismus allgemein) bieten die Websites comersee-info.de und comer-see-italien.com.

    Aktuelle Veranstaltungstipps findet man z. B. im Comer See Blog.

    Tipps zur Anreise
    • An den nördlichen Teil des Comer Sees fährt man ohne Trailer am kürzesten über die Schweizer A13. Die weitere Fahrt über den Splügenpass mit seinen steilen, enge Kehren ist zwar landschaftlich reizvoll, aber nichts für Leute mit schwachen Nerven oder Gespannen (gesperrt über 10m Länge).
    • Die etwas längere Alternativstrecke über Silvaplana und den Malojapass ist deutlich besser ausgebaut. Für Gespannfahrer ist dies meist der kürzeste Weg, doch verlangen die vielen Kehren erhöhte Aumerksamkeit.
    • Alternativ kann man auch über die Schweizer Autobahnen 4 und 2 und über Lugano anreisen. Von Lugano fährt man je nach Ziel weiter entweder nach Osten in Richtung Menaggio oder nach Süden Richtung Como. (In der Seemitte sind Menaggio, Varenna und Bellagio per Autofähre miteinander verbunden, so dass man nicht um den halben See herum fahren muss.)
    • Nur aus dem südöstlichen Teil des deutschen Sprachraums kommt eine Anreise von Osten (z. B. über St. Moritz oder Bozen) in Frage.
    Einen Thread mit vielen Bildern findet man hier im Forum. Einige der obigen Links zu Slipstellen und Gastliegeplätzen führen ebenfalls in diesen Thread.
    Angehängte Grafiken
    Geändert von hyman (02.04.2016 um 16:56 Uhr) Grund: Links aktualisiert; Bild von Führer und Karten; Tube-Verbot.

  5. #5
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    Standard Wasserstraßensystem des Po

    Der Po als Hauptwasserstraße ist mit seinem Zufluss Ticino auf einer Länge von 375km (zwischen Pavia und der Adria) schiffbar. Dazu kommen eine Reihe verbundener Gewässer:
    • der 120 km lange Canale Bianco, der am Unterlauf des Mincio beginnt und den Po von dort bis nach Porto Viro begleitet; dazu seine natürliche Fortsetzung, der 15km lange Po di Levante (bis zur Mündung in die Adria bei Porto di Levante)
    • der 70 km lange Idrovia Ferrarese (von Pontelagoscuro nach Porto Garibaldi an der Adria)
    • der nördliche Zufluss Mincio (schiffbar auf attraktiven 21km bis Mantua/Mantova)
    • der 19 km lange Po-Brondolo-Kanal (vom Po nach Chioggia im Süden der Lagune von Venedig)
    • der 14 km lange Milano-Cremona-Kanal (von Cremona nach Pizzighettone)
    Immer wieder hört oder liest man von Plänen, die nur sehr lückenhaft schiffbaren Abflüsse der oberitalienischen Seen so auszubauen, dass die Strecken von den Seen über den Po bis zur Adria durchgehend schiffbar würden. So attraktiv dies aus touristischer Sicht aussieht, so unwahrscheinlich erscheint eine Realisierung in absehbarer Zeit angesichts der italienischen Staatsfinanzen.

    Standardwerke der nautischen Literatur für den Po (teilweise auch die heute schiffbaren Teile seiner Zuflüsse) sind z. B.Auf der Website der Istituzione dell'Azienda Regionale per la Navigazione Interna (A.R.N.I.) findet man offizielle Informationen (in italienischer Sprache), darunter:Von der A.R.N.I. autorisiert sind die digitalen Schiffahrtskarten im Format C-Map, es gibt aber auch welche von Navionics (nicht aber von Garmin).

    Karten im Maßstab 1:10000 kann man bei der Autorità di bacino del fiume Po (ADBPO) kostenlos herunterladen. Sie stehen in den Formaten PDF (gedacht zum Ausdruck im Format A0) und TIFF/WorldFile (georeferenziert, zur Weiterverabeitung in andere Formate geeignet) zur Verfügung. Zur Navigation sind diese Karten allerdings wegen des wenig übersichtlichen, schwarzweißen Kartenbildes und spärlicher nautischer Angaben nur eingeschränkt geeignet.

    Deutschsprachige Information findet man u. a. in zwei Artikeln auf der Website waterways.net:
    Geändert von hyman (29.04.2014 um 19:47 Uhr) Grund: Zukunftsmusik

  6. #6
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    Standard Lagune von Venedig und Zuflüsse

    Ist die Lagune selbst noch an der Grenze zwischen Binnen- und Küstengewässer angesiedelt, so schließen sich doch eine Reihe schiffbarer Binnengewässer an:
    • Der 127 km lange Litoranea Veneta stellt für die Sportschiffahrt eine Binnenverbindung vom Unterlauf des Sile zu den nordöstlich gelegenen Flüssen bis zur Lagune von Grado her. Gerade für kleinere Boote ist diese Verbindung bei Wellengang auf der Adria interessant.
    • Der Sile kann von der Schleuse von Silea (bei Treviso) bis zu seiner Mündung auf ca. 70 km befahren werden. Er mündet direkt nördlich der Lagune bei Lido di Jesolo (einzige Bootstankstelle auf dem ganzen Fluss!) in die Adria und ist mit der Lagune an mehreren Stellen über Kanäle und Schleusen verbunden.
    • Der Fluss Muson ist touristisch kaum erschlossen, kann aber in seinem Unterlauf befahren werden und mündet bei Fusina in den Brentakanal. Mit diesem ist er außerdem durch den Taglio del Muson verbunden.
    • Der Brentakanal (Naviglio del Brenta) und seine Fortsetzung (der Canale Piovego) kann von Padua (Padova) bis Fusina an der Lagune auf 20 km befahren werden. Durch den Taglio di Brenta ist er (in Fortsetzung des Taglio del Muson) mit dem schiffbaren Unterlauf der Brenta (und dadurch mit der südlichen Lagune bei Chioggia) verbunden.
    • Die Brenta mündet knapp südlich von der Lagune und ist nur auf den letzten wenigen Kilometern ab Codevigo schiffbar
    • Der Canale Battaglia, der Canale Vigenzone und der Canale Pontelongo verbinden Padua (Padova) auf einer Alternativroute mit der Lagune von Venedig und mit der Adria, die allerdings Fahrzeugen mit geringem Tiefgang (<1m) vorbehalten ist.
    • der 19 km lange Po-Brondolo-Kanal verbindet Chioggia mit dem Po-Delta (siehe oben)
    Dass man für diese Flüsse und Kanäle den Sportbootführerschein (SBF) Binnen braucht, leuchtet unmittelbar ein. Weniger offensichtlich ist, dass für die Lagune selbst - dem Charakter nach auch eher ein Binnengewässer - der SBF See vorgeschrieben ist.

    In der Lagune gelten verschiedene Tempolimits (PDF, gut 6MB) von 5 bis 20 km/h. Die Kanäle der Kernstadt Venedig (einschließlich Canal Grande), der Inseln Torcello, Burano und Murano dürfen nicht befahren werden. Erreichbar sind diese Orte mit dem Boot natürlich dennoch, man muss nur einen Liegeplatz finden (dabei hilft evtl. die Liste öffentlicher Anlegeplätze (Excel-Worksheet), jedenfalls aber der im nächsten Absatz genauer bezeichnete Führer "Lagunengeheimnisse" Band 2).

    Über die einschlägigen Küstenkarten und -führer hinaus gibt es speziell für die Lagune auf Papier:
    • Die Gewässerkarte Carta Navigazionale Fluviale Venezia 1:20000 von Belletti Editore umfasst auch die Zuflüsse Brenta und Sile. Sie kostet ca. 25 Euro und kann in Deutschland z. B. über Günter Lengnink bezogen werden. Sie ist zwar kontrastreich und übersichtlich, bietet aber wenig Detailinformation (z. B. keine Angaben über Wassertiefen in der Lagune)
    • Das Blatt 6 der Carta Nautico Turistica - Laguna Veneta 1:50000 stammt ebenfalls von Belletti Editore. Es ist zwar mit 7 bis 10 Euro sehr billig, aber aufgrund wenig kontrastierender Farben wenig übersichtlich. Dafür bietet es ein Verzeichnis aller Marinas und Anlegemöglichkeiten.
    • Die Carta Idrografica e della Navigazione - Laguna Veneta 1:50000 ist zwar dank einer geschickteren Farbstellung deutlich übersichtlicher, bietet aber wenig Zusatzinformation. Zudem ist sie in Deutschland schwierig zu beschaffen.
    • Den Führer Band 2: Lagunengeheimnisse - Von Cortellazzo bis zur Mündung des Adige von Günter Lengnink kann ich aus eigener Lektüre empfehlen, er macht zudem ein separates Verzeichnis von Marinas oder Anlegestellen überflüssig.
    venezia.jpg
    Papier-Grundausstattung. Dazu ist noch eine elektronische oder Papierkarte der Lagune selbst empfehlenswert.

    Neben den bereits oben (Post #1) genannten, allgemeinen Digitalkarten gibt es kostenlos im Netz die folgenden, nicht georeferenzierten Digitalkarten :Wer eine Ferienwohnung oder ein Hotel bucht, hat reiche Auswahl, auch in der Nähe einer der vielen Marinas. Etwas anders sieht es für Camper aus. Nur wenige Campingplätze haben eine eigene oder in der Nähe gelegene Marina:
    • In Lido di Jesolo und Cavallo liegen auf beiden Seiten der Sile-Mündung jeweils Marinas und Campingplätze mit Strandzugang.
      Am linken Ufer (in Lido di Jesolo) liegt die zweckmäßig (wenn auch nicht besonders modern) ausgestattete, dafür sehr preiswerte Nautica dal Vi'. Von dort direkt über die Straße befindet sich der komfortable (und in der Hauptsaison nicht ganz billige) Camping-Club Jesolo International. Der große und moderne Porto Turistico di Jesolo liegt ca. 800m vom Campinplatz entfernt; die Liege- und vor allem Parkgebühren sind dort aber deutlich höher als in der Nautica dal Vi.
      Am rechten Ufer (in Cavallino) liegen die Campingplätze Villa al Mare und Campeggio San Marco ca. 700m von der Marina del Faro und der Marina del Cavallino entfernt.
    • Der Campingplatz Fusina mit eigener Marina ist am westlichen Rand der Lagune gelegen, an der Mündung der Riviera della Brenta in die Lagune. Er ist daher für Badeaufenthalte weniger geeignet.
    • In Chioggia-Sottomarina liegen die Marinas Porto San Felice und Darsena Mosella sowie die Campingplätze Al Porto und Tropical durch eine Landzunge mit Straße getrennt wenige hundert Meter auseinander. In der Nähe gibt es weitere Capingplätze. Alle haben Strandzugang, während die Marinas geschützt in der Lagune liegen.
    • Camping Oasi mit eigener Marina - am südlichen Rand der Lagune von Venedig bei Chioggia gelegen, an der Mündung der Brenta in die Adria. Ein Sandstrand findet sich in unmittelbarer Nähe.
    • Camping und Marina Foce di Adige - noch weiter südlich direkt an der Mündung der Adige in die Adria gelegen. Sandstrand in unmittelbarer Nähe.
    • Bei Punta Sabbioni entsteht derzeit in der Nähe einiger Campingplätze die Darsena Mose, die nach Fertigstellung eine weitere zentral gelegene Möglichkeit für Camper mit Trailerboot darstellen dürfte.
    Weitere Information gibt es u. a. auf den folgenden Websites:Gute Websites, um sich über Wetter, Wellen und Gezeiten (evtl. wichtig in der Lagune und den Flussmündungen) in der nördlichen Adria zu informieren sind:Ich selbst habe einige dieser Gewässer im Jahr 2012 befahren. Mein Kurzbericht mit Fotos findet sich hier.
    Geändert von hyman (04.05.2014 um 19:31 Uhr) Grund: Bild mit Papierkarte und -Führer; Links aktualisiert; Hinweise zu Tankstellen

  7. #7
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    Standard Trasimenosee

    Der Trasimenosee darf mit Motorbooten begrenzter Motorleistung befahren werden (laut ADAC bis 50PS). Segeln und Windsurfen ist ebenfalls möglich. Information gibt es online auf der Homepage des Naturparks Trasimenosee.

    Auch eine Bootswerkstatt (italienischsprachige Website) gibt es dort.
    Geändert von hyman (23.04.2013 um 09:01 Uhr)

  8. #8
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    Standard Bolsenasee

    Obwohl der See mehr als Surfspot bekannt ist, kann man dort auch segeln und Motorboot fahren. Die verfügbare Information ist sehr spärlich. Im Web findet man:Es gibt vor Ort auch eine Bootswerkstatt (italienischsprachige Website).
    Geändert von hyman (02.04.2016 um 18:21 Uhr) Grund: Links aktualisiert

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