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Thema: Kroatien

  1. #1
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    Standard Kroatien

    Aktuelle Information

    Seit Mitte 2013 ist Kroatien Mitglied der EU. Damit geht einher, dass Urlauber keine Zollformalitäten mehr zu erledigen haben. Insbesondere gelten versteuerte Boote, die in Kroatien liegen oder lagern. als EU-Binnenware und können zollfrei in der gesamten EU bewegt werden.

    Die bisherige Bootsvignette für Ausländer ist mit EU-Recht nicht vereinbar. Daher hat Kroatien an ihrer Stelle eine für In- und Ausländer einheitliche Gebühr eingeführt.

    Kroatien gehört bisher nicht zum Schengen-Raum, so dass bei der Einreise weiterhin mit Grenzkontrollen zu rechnen ist. Erfolgt die Einreise über See, muss weiterhin ein Hafen angelaufen werden, in dem die Einreiseformalitäten durchgeführt werden können.

    Ebenfalls seit 2013 darf man im Bereich 300m um Bojenfelder nicht mehr ankern. Leider bedeutet das für viele Buchten ein faktisches Ankerverbot, weil man keine erlaubte Stelle mehr findet, die mit normaler Ketten- oder Ankerleinenlänge noch möglich ist. Weitere aktuelle Information zu Bojen und Ankern und eine spezialisierte Karte gibt es unter Anchorages in Croatia.


    Kurz das Allerwichtigste

    Die deutschen Kennzeichen, Bootspapiere und Führerscheine werden in Kroatien generell anerkannt. Wichtig ist, dass auch Motorboote unter 5PS nur mit Führerschein gefahren werden dürfen. Außerdem ist eine kostenpflichtige Anmeldung des Boots erforderlich (Gebühr siehe oben).

    Man muss mit strengen Kontrollen und empfindlichen Strafen rechnen, wenn man sich nicht an die geltenden Tempolimits hält, z. B.
    • Keine Gleitfahrt (Bug schön unten halten!) im Bereich bis 300m vor der Küste (und damit auch in vielen Durchfahrten, die weniger als 600m breit sind)
    • 8 kn im Nationalpark Kornaten
    • und viele kleinere Bereiche, am Besten bei der Anmeldung den Hafenkapitän fragen!
    Der Aufenthalt in Nationalparks ist in der Regel – über die oben genannte Bootsgebühr hinaus – gebührenpflichtig.


    Weitere Nautische Information findet man online z. B. auf folgenden Websites:
    Revierführer und Papierkarten

    Das Standardwerk ist der "Beständig" (aktuell "888 Häfen und Buchten"). Die darin enthaltenen Detailkarten sind inzwischen (bei aktuellen Farbdruck-Ausgaben) besser als jede verfügbare Seekarte, so dass zur Ergänzung allenfalls noch Übersegler nötig sind.

    Dafür kommen z. B. die folgenden Imray-Karten zu je ca. 22 Euro in Frage, die zwischen 2008 und 2011 neu aufgelegt wurden:
    • M23 Nördliche Adria Venedig bis Bar (Adriatic Sea Passage Chart Golfo di Trieste to Bar & Promontorio del Gargano, 1:750.000)
    • M24 Golf von Triest bis Losinj (Golfo die Trieste to Losinj & Rab 1:220.000); mit Plänen Rovinj, Brijuni Otoci to Pula, Veruda to Medulin Bay, Approaches to Punat, Approaches to Mali Losinj und Otok Ilovik Channel
    • M25 Rab bis Primosten (Otok Rab to Sibenik, 1:220.000); mit Plänen Prolaz Zapuntel Passage, Passage between Otok Molat & Dugi Otok, Zadar, Luka Telascica, The Kornati Islands, Sibenik and Rijeka Krka sowie Prolaz Proversa Vela & Mala
    • M26 Trogir bis Dubrovnik (Split to Dubrovnik, 1:220.000); mit Plänen Luka Rogoznica, Trogir Marina, Approaches to Split, The Drvenik Islands, Splitska Vrata, Approaches to Hvar & the Pakleni Islands, Approaches to Korcula, Approaches to Ubli und Approaches to Gruz & Dubrovnik Marina
    • M27 Luka Polace bis Ulcinj (Dubrovnik to Bar & Ulcinj, 1:220.000); mit Plänen Luka Polace, The Elephite Islands, Approaches to Dubrovnik, Boka Kotorska, Approaches to Budva, Bar Marina und Ulcinj
    Zu diesen Karten gibt es kostenlose, regelmäßige Berichtigungen als PDF-Dateien (Link zur jeweiligen Karte anklicken, dann Link "Latest corrections: Click here" klicken).

    Die amtlichen Kroatischen Sportbootkartensätze bieten im Maßstab 1:100000 mehr Details, sind in einem sportbootfreundlicheren Format gedruckt und zudem recht preiswert. Sie sind aber fast nur in kroatischer Sprache beschriftet und werden zudem nicht regelmäßig berichtigt.

    Sehr preiswert und im sportbootfreundlichen Format 60x42cm gedruckt sind auch die Papier-Kartensätze des Delius Klasing-Verlags (Satz 7: Nord; Satz 8 Süd; je 50 Euro). Sie erscheinen jährlich. Man erhält Berichtigungen wahlweise zum herunterladen und selbst drucken oder für 10 Euro fertig ausgedruckt (mit komplett neuen Karten bei größeren Änderungen).


    Digitalkarten gibt es von zahlreichen Anbietern, z. B.:Details zu elektronischen Kartenformaten, Geräten und Software finden sich in den Artikeln zur elektronischen Navigation.

    Es gibt auch einige mehr oder weniger dubiose Downloadquellen für gescannte Karten im Netz. Die Karten sind aber oft über 10 Jahre alt. Zudem ist wohl zumindest in manchen Fällen das Kopieren über's Netz ein Urheberrechtsverstoß. Insgesamt muss von der Verwendung dieser Karten daher abgeraten werden.


    Der Seewetterbericht des Seewetterzentrums Split für die nördliche Adria wird täglich 2mal aktualisiert. Er ist sehr "schlank" und damit auch für Mobilgeräte geeignet. Der Deutsche Wetterdienst bietet auf seiner Website u. a. Vorhersagekarten für das östliche Mittelmeer an.

    Obwohl das Mittelmeer keine starken Gezeiten kennt, ist für den einen oder anderen vielleicht der Strömungsatlas der italienischen Militärmarine interessant, der auch die Adria umfasst.


    Hier im Forum beschäftigt sich der Bereich Revier Kroatien mit diesem Revier.
    Geändert von hyman (17.05.2014 um 19:25 Uhr) Grund: EU-Update; mehr Links zu nautischer Information, mehr Infos zu Papier- und Digitalkarten, neue Ankerverbote, Tempolimit

  2. #2
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    Standard Befahrbare Binnengewässer

    Obwohl Kroatien (zurecht) überwiegend als Küsten- und Inselrevier gilt, gibt es einige befahrbare Binnengewässer. Um sie befahren zu dürfen, braucht man den Sportbootführerschein Binnen.

    Die Dunav (Donau) bildet auf 137 Kilometern Länge die natürliche Grenze zwischen Kroatien und Serbien. Sie ist auf der gsamten Strecke schiffbar. Die bedeutendste kroatische Stadt an der Donau ist Vukovar, das im Krieg mit Serbien schwere Schäden davontrug.

    Die Drave (Drau) fließt aus Slowenien kommend der Donau zu und bildet auf einem Großteil ihrer Länge die Grenze zwischen Kroatien und zunächst Slowenien und dann Ungarn. Befahrbar ist sie auf den unteren ca. 160km zwischen der ungarischen Stadt Bacs unbd der Mündung in die Donau.

    Die Sava (Save) fließt ebenfalls aus Slowenien nach Kroatien. Im weiteren Verlauf bildet sie die Grenze zu Bosnien-Herzegowina, bevor sie dorthin, weiter nach Serbien und schließlich der Donau zu fließt. Befahrbar ist sie ab der Kupa-Mündung in Sisak bis zur Mündung in die Donau in Belgrad (Serbien).

    Für diese drei Flüsse findet man (nicht sehr ausführliche) Revierinformation auf waterways.net. Die Firma CRUP Ltd. stellt auf ihrer Website kostenlose elektronische Vektorkarten im Standard ENC/S57 (ECDIS 2.1) zur Verfügung. Diese sind offiziell nicht zur Navigation freigegeben, aber für Hobbyskipper sicher viel besser als gar nichts.

    Kaum bekannt und noch weniger dokumentiert ist die Zrmanja, ein kleines Karstflüßchen von knapp 70km Länge. Sie mündet in der Novigrader Bucht in die Adria. Der überwiegende Teil der Länge ist nur mit Raftingbooten und Kanus befahrbar. Lediglich die untersten 15km um das Städtchen Obrovac können von der Novigrader Bucht aus auch mit Motorbooten befahren werden. Flussaufwärts befindet sich ein kleiner Wasserfall und ein Stausee mit Wasserkraftwerk. Dessen Betrieb kann zu stark schwankendem Wasserstand und zeitweise unerwartet starker Strömung führen. Weitere Information findet sich im nachfolgenden Artikel.

    Für Hobbykapitäne bieten diese Flüsse (vor allem die Zrmanja) allerdings wenig bis gar keine Infrastruktur. Auch nautische Information dazu ist wenig bis gar nicht zu bekommen, schon gar nicht in deutscher Sprache. Man muss sich also auf ein kleines Abenteuer einlassen...
    Geändert von hyman (19.05.2015 um 09:24 Uhr) Grund: Infos zur Donau und zu ENCs hinzugefügt

  3. #3
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    Standard

    ... was Olli (ivea) im Jahr 2013 getan hat. Von ihm stammen die hier zusammengefassten Infos zur Zrmanja-Befahrung.

    Der Fluss liegt teilweise in einem Naturschutzgebiet. Man müsste daher Eintritt bezahlen, unklar ist aber wo und wie man das tun soll.

    Die Flussmündung liegt am Nordostufer der Novigrader Bucht.

    Von der Mündung bis zum Stätdchen Obrovac sind es 10km. Einige Seezeichen warnen vor Untiefen am Ufer (typisch: an den Innenseiten der Flussbiegungen, teils sehr schön auf Google Earth zu erkennen). Hält man sich von diesen fern, ist die Wassertiefe jedoch mehr als ausreichend.

    In Obrovac gibt es einen Anleger mit Strom- und Wasseranschlüssen (leider ungünstig positioniert und daher schwierig zu erreichen). Die Festmacher bemisst man reichlich, weil der Wasserstand aufgrund des Wasserkraftwerks oberhalb um 70cm und mehr schwanken kann. Obwohl Obrovac nicht besonders auf Touristen eingestellt ist, gibt es direkt am Anleger ein Restaurant. Einen Supermarkt und eine Tankstelle erreicht man in fußläufiger Entfernung über die Brücke auf der anderen Flußseite.

    Von Obrovac weiter zu Berg hält man sich eher auf der Backbordseite des Flusses; die Steuerbordseite hat einige nicht bezeichnete Hindernisse im Wasser:
    • Noch in Obrovac im Bereich der Brücke finden sich steuerbordseitig Reste von Pfählen kurz unter der Wasserlinie.
    • Den weiteren Verlauf zu Berg begleitet eine Wasserleitung, deren gemauertes Fundament ebenfalls steuerbordseitig unterschiedlich weit in den Fluss reicht.
    5km flussaufwärts von Obrovac hat man bei einem kleinen Wasserfall das Ende der befahrbaren Strecke erreicht. Man kann hier (auch über Nacht) ankern. Wegen der teiweise starken Strömung sollte man das mit dem Bug in die Strömung tun. Den Anker muss man im steinigen Untergrund gut einfahren und kontrollieren. Zur Sicherheit ist eine zusätzliche Landfeste empfehlenswert.

    Wer ein kleines Beiboot hat, das sich über den Wasserfall befördern lässt, kann von dort auch noch 2,5 urige Kilometer bis zur Staumauer des Kraftwerks-Stausees fahren. Vor dem Betreten des Ufers wird allerdings gewarnt, da hier noch Anti-Personen-Minen aus dem Kroatienkrieg vermutet werden.

    Viele Bilder von Olli's Befahrung finden sich in diesem Thread.
    Geändert von hyman (25.01.2014 um 18:21 Uhr)

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