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Thema: Elektronische Navigation: Grundlagen, Geräte, Karten

  1. #1
    Oberbootsmann hyman genießt hohes Ansehen hyman genießt hohes Ansehen hyman genießt hohes Ansehen hyman genießt hohes Ansehen hyman genießt hohes Ansehen hyman genießt hohes Ansehen hyman genießt hohes Ansehen hyman genießt hohes Ansehen hyman genießt hohes Ansehen hyman genießt hohes Ansehen hyman genießt hohes Ansehen Avatar von hyman
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    Frage Elektronische Navigation: Grundlagen, Geräte, Karten

    Immer wieder tauchen im Forum Fragen auf wie "Taugt Kartenplotter XYZ was?" oder "Welche digitale Karte nehme ich am Besten für Revier ABC?". An dieser Stelle soll nun alles gesammelt werden, was zu diesem Thema an Information verfügbar ist.

    In diesem Thread stehen ein paar Grundlagenartikel:
    • Elektronische Kartenformate
    • Gerätearten zur elektronischen Navigation
    Danach folgen Artikel zu den einzelnen Gerätekategorien und den für sie jeweils verfügbaren Karten:
    • Marktübersicht: Navigation mit dem PC (Windows, Mac OS, Linux) (zweiteilig)
    • Marktübersicht: Navigation mit SmartPhone oder Tablet (Android, iOS) (zweiteilig)
    • Navigation mit dem Pocket-PC (Windows Mobile bis Version 6.5)
    Der Nachfolger von Windows Mobile 6.5, genannt Windows Phone, ist zu seinen Vorgängern inkompatibel, d. h. alte Software lässt sich nicht damit verwenden. Das Software-Angebot für Windows Phone ist in unserem Themenkreis so gering, dass man sich so ein Gerät nicht kaufen sollte, will man es auch auf dem Boot einsetzen. Daher wird Windows Phone in diesem Thread nicht weiter betrachtet.

    Technisch versierte Nutzer finden auf der auch sonst interessanten Site Wellenvogel eine Anleitung, wie man einen Raspberry Pi als Navigationsrechner nutzen kann. Ein ähnliches Projekt ist auch Freeboard (englisch). Als Ergänzung braucht man in beiden Fällen wahlweise ein beliebiges Gerät (am sinnvollsten wohl ein wasserdichtes Tablet, siehe Post #6) mit Webbrowser oder – wie für Bord-PCs – einen wasserdichten Bildschirm (siehe Post #4).

    Für welche dieser Lösungen man sich entscheidet, hängt maßgeblich davon ab
    • welche Karten man benutzen möchte
      Wem z. B. amtliche Binnen-Vektorkarten wichtig sind, der wird am ehesten mit einem Bord-PC glücklich.
    • welche externen Datenquellen (z. B. AIS-Empfänger oder gar Radargerät) man einbinden möchte
      Spätestens mit einem Radargerät sind Smart Phone und Tablet allein überfordert.
    • welche Software-Funktionalität man braucht
      Wer mehr als nur Basisfunktionalität möchte, wird mit den wenigsten Handy- oder Tablet-Apps glücklich werden.
    • welche geeigneten Geräte man evtl. schon hat
      Wer schon ein wasserdichtes Smart Phone hat, probiert naheliegend erst mal die dazu passende Software aus, ehe er sich in höhere Kosten stürzt. Ebenso kann ein vorhandenes Tablet mit einer Hülle wasserdicht gemacht werden. Oder ein vorhandener Laptop kann im geschlossenen Fahrstand eingesetzt werden.
    Vertiefung zu allen diesen Aspekten findet sich in den nachfolgenden Artikeln in diesem Thread. Weiter führende Artikel speziell zu kostenlosem Kartenmaterial und der Handhabung dazu passender Software finden sich im Thread Elektronische Navigation: Kostenlose Digitalkarten und Software-Tipps.

    Nicht fehlen darf an dieser Stelle der obligatorische Hinweis, dass keine elektronische Navigation ein Ersatz für angemessenes Papier-Kartenmaterial und grundlegende Kenntnisse der Sichtnavigation ist.
    Geändert von hyman (07.01.2015 um 17:45 Uhr) Grund: Raspberry Pi; Windows Phone
    Grüße von Horst

  2. #2
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    Standard Elektronische Kartenformate

    "Das Schöne an Standards ist, dass es so viele davon gibt."

    Leider gilt das auch für digitale Seekarten und die Geräte zu deren Nutzung.

    Wichtig für das Verständnis digitaler Karten ist, dass ein digitales Bild einer Seekarte allein noch keine digitale Karte ist. Man muss ja auch wissen, wo auf der Erdoberfläche sich die auf der Karte gezeigten Dinge befinden. Dazu dient die so genannte Kalibrierung oder Georeferenzierung. Im einfachsten Fall besteht sie aus den Geokoordinaten von zwei diagonal gegenüber liegenden Eckpunkten des digitalen Kartenbilds. Aus diesen lässt sich dann die Geokoordinate jedes beliebigen Punkts auf der Karte errechnen. Nur dadurch kann die Software auf dem Gerät immer die aktuelle GPS-Position auf der Karte anzeigen.

    Beim Kartenbild selbst ist zu unterscheiden zwischen Rasterkarten und Vektorkarten:
    • Rasterkarten bestehen nur aus Bildpunkten, die für das Navigationssystem keine Bedeutung haben. Das angezeigte Bild setzt sich aus diesen Bildpunkten zusammen wie bei einem Digitalfoto.
      • Vorteile: Man erkennt intiutiv, wenn man eine Karte so weit gezoomt hat, dass sie nicht mehr sehr genau ist. Das Layout ist von einem ausgebildeten Kartographen durchdacht und optimiert und fällt dadurch meist übersichtlicher aus. Sehr gute Beispiele dafür sind einige der Papier/Digital-Kombipacks des NV-Verlags.
      • Nachteile: Symbole und Beschriftungen auf der Karte werden je nach eingestellter Zoomstufe größer oder kleiner. Wird das Kartenbild aus der Nordrichtung gedreht, werden auch alle Beschriftungen ebenfalls gedreht und stehen schlimmstenfalls auf dem Kopf. Zusatzinformationen zu den auf der Karte dagestellten Dingen gibt es in der Regel nicht oder nur am Kartenrand, wo man sie meist nicht sieht.
    • Vektorkarten bestehen aus einer Sammlung von Objekten, wie Küsten- und Tiefenlinien, Tonnen, Leuchttürmen, Landmarken etc. Diese werden erst im Navigationssystem zu einem Bild zusammengesetzt, das dann angezeigt wird.
      • Vorteile: Symbole oder Beschriftungen werden immer gleich groß und richtig herum dargestellt. Der Detaillierungsgrad kann sich der Zoomstufe anpassen. Zusätzliche, nicht im Kartenbild dargestellte Informationen kann einzeln abgerufen werden.
      • Nachteil: das automatisch generierte Kartenbild ist in der Regel weniger übersichtlich als das von einem Kartographen erstellte bei Rasterkarten.
    Gängige Formate für Rasterkarten sind z. B.:
    • Ozi MAP – Karten dieses Formates bestehen aus einer Bilddatei (z. B. im Format PNG oder JPEG) und einer Textdatei mit der Endung .map (oder .MAP) mit den zugehörigen Kalibrierungsdaten (MAP-Datei). Besondere Bedeutung hat dieses Format auch als Web-Download-Format.
    • BSB/KAP – Bei diesem für Seekarten sehr verbreiteten Format sind die Kalibrierungsdaten und die Bilddaten in einer Binärdatei (nur der Anfang der Datei ist lesbarer Text) zusammengefasst. Wichtiges Rasterkartenformat für frei verfügbare Seekarten, weil sehr breit von Kalibrierungs-, Konvertierungs- und Navigationssoftware auf PCs unterstützt.
    • BSB4, BSB5 – Weiterentwicklungen des BSB/KAP-Formates, die auch Digitale Rechteverwaltung unterstützen.
    • DKW, DKW2 – Kartenformate des niederländischen Unternehmens Stentec (DKW ohne, DKW2 mit digitaler Rechteverwaltung; interessant eigentlich nur für die Windows- und Android-Apps desselben Herstellers)
    • NV.digital – Kartenformat des NV-Verlags (mit digitaler Rechteverwaltung)
    • HRCF – in der weltweiten Berufsschiffahrt verwendetes Kartenformat z. B. für amtliche Karten von UK Hydrographic Office oder Land Information New Zealand.
    • GeoJPEG – Dieses Format besteht (ähnlich wie bei Ozi) aus einer normalen JPEG-Bilddatei und einem so genannten World File (meist mit der Endung .jgw). Für Seekarten weniger gebräuchlich, aber ein gängiges Import/Export-Format für allgemeine Geoinformationssysteme (GIS).
    • GeoTIFF – Ähnlich wie GeoJPEG, wobei die Georeferenzierung entweder über ein World File (meist mit der Endung .tfw) erfolgt oder direkt in der TIFF-Datei eingebettet ist. (Eine besondere Endung haben solche Files in der Regel nicht, so dass man einer .tif- oder .tiff-Datei nicht unmittelbar ansieht, ob und wie sie ggf. georeferenziert ist.)
    Vektorkarten gibt es z. B. in folgenden Formaten:
    • Mapsforge – Ursprünglich für die Verwendung von OpenStreetMap auf Android-Geräten entwickelt, ist dies auch zu einem gängigen Vektorkartenformat für die OpenSeaMap und andere Offline-Seekarten auf Android-Geräten geworden.
    • ENC – Obwohl der Begriff eigentlich den allgemeinen englischen Begriff "Electronic Navigational Chart" ("Elektronische Navigationskarte") abkürzt, sind im engeren Sinne vor allem Vektorkarten im offenen Format S-57, seltener auch im verschlüsselten S-63-Format gemeint. Unter dem Begriff Inland-ENC versteht man Karten für Binnengewässer (meist im S-57-Format, teilweise frei verfügbar). Die kommerziellen S-63-Karten werden überwiegend von der Berufsschiffahrt auf allen Weltmeeren verwendet.
    • C-Map, CM93 – Vektorformat für Karten der Firma Jeppesen, ab CM93v3 (auch CM93/3 genannt) mit digitaler Rechteverwaltung. Über die abgedeckten Gebiete und das jeweils zugrunde liegende Kartenmaterial kann man sich vor dem Kauf online informieren. Berichtigungen gibt es mehrmals im Jahr, am preiswertesten über eine Mitgliedschaft im Club Jeppesen.
    • Navionics – Oberbegriff für mehrere Kartenformate (Classic, Gold, Platinum+) der gleichnamigen Firma, die alle unter digitaler Rechteverwaltung stehen. Über die Abdeckung und Detaillierung weltweit kann man sich durch die Online-Vorschau bereits vor dem Kauf informieren. Berichtigungen werden zeitnah auch Online angeboten und sind für das erste Jahr nach dem Kauf im Preis inbegriffen.
    • BlueChart – Oberbegriff für mehrere Vektorseekartenformate (Traditional, g2 und g2 Vision) der Firma Garmin. Das auslaufende Traditional-Format ist wohl dasselbe wie das anderer Garmin-IMG-Karten (siehe unten). Zumindest die aktuellen Formate g2 und g2 Vision stehen unter digitaler Rechteverwaltung. Über die abgedeckten Gebiete kann man sich online informieren, allerdings ohne konkrete Angaben zum Detaillierungsgrad oder den zugrunde liegenden Kartenmaßstäben.
    Die drei letztgenannten kommerziellen Kartenformate bekommt man mittlerweile außer für Kartenplotter und PCs auch - sehr preiswert - als App für Mobilgeräte (Smartphones, Tablets) unter Android und/oder iOS.

    Eine Sonderstellung nehmen die folgenden Formate ein, weil darin Raster- und Vektordaten gemischt werden können:
    • IMG – Kartenformat von Garmin für ältere Kartenplotter (BlueChart Traditional) und für Outdoor-Geräte. Gelegentlich gibt es auch frei verfügbare Gewässerkarten in diesem Format.
    • AT5 – Kartenformat von Lowrance für neuere Kartenplotter und einige Outdoor-Geräte.
    • KML oder KMZGoogle-Earth-Overlay-Format. Da dieses Format in erster Linie dazu gedacht ist, zusätzliche Informationen in Google Earth anzuzeigen, enthält es meist nur ein unvollständiges Kartenbild, das erst bei der Darstellung in Google Earth, also zusammen mit darunterliegendem Satellitenbild und/oder Kartenmaterial, Sinn ergibt.
    Geändert von hyman (05.01.2015 um 10:10 Uhr) Grund: Mapsforge hinzugefügt; Vor- und Nachteile von Raster- und Vektorkarten; AT5-Format, Ausführlichere Erläuterungen und Links zu den wichtigsten Formaten

  3. #3
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    Standard Gerätearten zur elektronischen Navigation

    Im Allgemeinen sind für verschiedene Kartenformate (siehe Artikel oben) auch verschiedenartige Geräte notwendig. Neben dem verfügbaren Budget bestimmt also sinnvollerweise die Auswahl geeigneter Kartenabdeckungen für wichtige Fahrtgebiete, welche Art von Gerät man sich zulegen sollte.


    Kartenplotter

    Diese stellen die klassische Gerätekategorie für die elektronische Navigation auf Booten und Schiffen dar. Neuere Geräte mit Zusatzfunktionen und Anschlüssen für zusätzliche Sensoren (z. B. AIS, Radar, Motordaten) werden auch Multifunktionsdisplays (MFDs) genannt. Kartenplotter und MFDs haben als entscheidenden Vorteil die speziell für diese Anwendung konstruierte Hardware auf ihrer Seite: Die Geräte sind durchweg wasserdicht und mit sonnenlichttauglichen Bildschirmen ausgestattet. Die Preise bewegen sich von knapp 400 Euro (Basisfunktionen auf 10cm-Bildschirm mit 240x320 Punkten) bis über 5000 Euro (modular erweiterbares System mit 40cm-Bildschirm und 1024x768 Bildpunkten). Gängige Geräte haben einen 18cm-Bildschirm mit 640x480 Bildpunkten. Sie kosten zwischen knapp 900 und etwa 1200 Euro. In dieser Mittelklasse sind auch Kombi-Geräte mit Echolot/Fischfinder zu haben; der Aufpreis dafür beträgt etwa 200 bis 300 Euro. Nur auf sehr kleinen Booten mit entsprechend wenig Platz im Steuerstand sind noch kleinere Bildschirme sinnvoll.

    Nur wenige Kartenplotter oder MFDs können bisher mit mehr als einem (meist Vektor-) Kartenformat umgehen. Dies führt in der Regel zu einer Monopolstellung des jeweiligen Kartenlieferanten, was sich leider auch in den Preisen für Kartenmaterial und -aktualisierungen niederschlägt. Frei verfügbare Karten lassen sich meist nicht verwenden (Ausnahmen: Garmin und Lowrance). Die Preise für kommerzielle Karten bewegen sich je nach Größe des abgedeckten Fahrtgebiets zwischen 130 und 350 Euro. Für die Berichtigung muss man pro Jahr etwa die Hälfte des Neupreises veranschlagen. Wer also häufig das Fahrtgebiet wechselt, hat für Karten schnell mehr als den Gerätepreis ausgegeben. Die verfügbaren Karten decken bei allen Herstellen weltweit fast alle Küstengewässer ab.

    Bei den Binnengewässern gibt es aber je nach Hersteller erhebliche Lücken, und das nicht nur in entlegenen Weltgegenden, sondern auch schon in Europa. Wer also auch Binnengewässer befahren will, sollte sich vor einem Kauf eines Kartenplotters genau informieren, ob Karten für seine Fahrtgebiete verfügbar sind. Bei Jeppesen geht das für die C-Map-Karten so:
    1. Das gewünschte Kartenformat auswählen ("Select your map")
    2. Abdeckungsgrößen/Preisklassen auswählen ("Select price class")
    3. Kartensätze nach abgedecktem Gebiet (in der Übersichtskarte) oder nach Namen von Orten oder Marinas (Search) auswählen
    4. Gewünschten Kartensatz in der Liste auswählen
    5. Detaillierte Liste aller Karten eines Satzes anschauen (Chart List)
    Bei Navionics kann man direkt auf der Website die weltweite Kartenabdeckung online anschauen und sich so ein Bild des Detaillierungsgrads für ein gewünschtes Fahrtgebiet machen, bevor man kauft. Auch Garmin stellt die Gebietsabdeckung ihrer digitalen Seekarten online zur Verfügung. Eine detaillierte Liste aller in einem Satz enthaltenen Karten sucht man aber vergeblich, so dass die Abdeckung besonders von Binnengewässern bei Garmin allenfalls der Beschreibung eines Kartensatzes zu entnehmen ist.

    Es ist unverständlich, warum die Geräteanbieter keine Geräte im Programm haben, die auch mit anderen Kartenformaten (am Wichtigsten wären ENC/S57 und BSB/KAP) arbeiten können, um die fehlende Kartenabdeckung oder mangelhafte Detaillierung der kommerziellen Anbieter in bestimmten Binnen-Fahrtgebieten zu ergänzen. Nur Kartenplotter von Garmin und Lowrance (HDS-Serie) können eingeschränkt Fremdkarten anzeigen. Dazu müssen diese allerdings in etwas esoterischen Formaten (Garmin-IMG-Format bzw. Lowrance-AT5) vorliegen.

    Tiden-, Strömungs-, Wellen- und Wetterdaten aus dem Internet können viele Geräte nicht darstellen. Die Anbindung an weitere Datenquellen (z. B. Autopilot, Radar, AIS oder Motordaten) ist bei MFDs in der Regel sehr einfach möglich (aber nur mit Zubehör des jeweiligen Herstellers).
    Fazit: Kartenplotter und MFDs eignen sich als Sorglos-glücklich-Lösung für Leute, die hauptsächlich immer wieder die gleichen Küstenreviere befahren und sich möglichst wenig mit der zugrunde liegenden Technik befassen möchten.

    Bord-PC


    Ein PC (Laptop oder Festeinbau) ist vielseitiger als ein Kartenplotter, da er bei Bedarf mit verschiedener Software für verschiedene Kartenformate arbeiten und auch noch andere Aufgaben übenehmen kann. Der große Vorteil besteht damit in der Vielfalt an verfügbaren (zum Teil sogar kostenlosen) Karten. Preiswert ist ein PC als Kartenplotter vor allem dann, wenn man ein ohnehin vorhandenes Gerät verwendet. Ist andererseits eine marinetaugliche Ausführung (wasserdicht und sonnenlichttauglich) für den Bildschirm oder gar das gesamte Gerät notwendig, wird es schnell teurer als ein Mittelklasse-Kartenplotter (bei allerdings größerem Bildschirm). Je nach Fahrtgebieten kann sich das teilweise durch Ersparnisse bei den Karten wieder ausgleichen.

    Obwohl es manche Software auch für den Mac oder Linux gibt, ist die Software-Auswahl für Windows am größten. Siehe dazu die Marktübersicht zur Navigation mit dem PC weiter unten...

    Die Anbindung zusätzlicher Datenquellen erfolgt ggf. über RS-232, USB oder WLAN. Je nach Software können dabei sogar Geräte verschiedener Hersteller gemischt werden. Für bestimmte Erweiterungen wird man aber nur ein sehr begrenztes Angebot an kompatiblen Hardware- und Softwareprodukten finden (so z. B. für Radaroverlay), so dass man letztlich, wie bei den Multifunktionsdisplays, wieder bei proprietären Lösungen landet.
    Fazit: Ein Bord-PC ist was für Leute, die technisch versiert genug sind, um sich damit ihr perfektes System zusammen stellen zu können. Als Belohnung gibt es die größte Flexibilität bei der einsetzbaren Software und die bestmöglichen (manchmal kostenlosen oder sehr preiswerten) Karten für fast alle Reviere, auch Binnen (wo andere Systeme oft wenig bieten).

    Mobilgeräte

    Seit einigen Jahren bieten Navionics, Jeppesen und Garmin ihre Vektorseekarten auch für Mobilgeräte wie das iPhone, iPad oder Android-Geräte an, und das zu Preisen, die nur einen Bruchteil dessen ausmachen, was Besitzer von Kartenplottern bezahlen müssen. Wie schon bei den PCs sind allerdings marinetaugliche Tablet-Computer entweder gar nicht (Apple MacOS und iOS) oder bisher nur sehr kostspielig (Android, Windows) zu haben. Die Navigation mit einem nicht wasserdichten Tablet kann man guten Gewissens nur bei geschlossenem Steuerstand oder wasserdicht eingepackt empfehlen. Wichtig ist außerdem ein genügend heller Bildschirm. Weitere Infos gibt's in der Marktübersicht: Navigation mit SmartPhone oder Tablet (Android, iOS) weiter unten...

    Zur Navigation mit Pocket-PC unter Windows Mobile informiert ebenfalls ein ausführlicher Artikel. Software und Karten stehen fast nur für Windows Mobile bis 6.5, nicht aber für das neuere Windows Phone zur Verfügung. Daher müssen Pocket-PCs oder Windows-Smartphones zur Navigation als Auslaufmodell betrachtet werden. Sie werden zunehmend von moderneren Mobilgeräten mit den Betriebssystemen Android und iOS abgelöst.

    Die Anbindung externer wasserdichter Bildschirme an Mobilgeräte ist in der Regel nur über WLAN, nicht aber kabelgebunden möglich. Externe Datenquellen werden kaum unterstützt; sie werden ggf. über WLAN oder Bluetooth angebunden.
    Fazit: Die Navigation mit Mobilgeräten ist immer noch ein Kompromiss. Geräte und Software entwickeln sich aber weiter, so dass sich das schon bald ändern könnte. Solange das Kartenmaterial so preiswert bleibt wie bisher, wird eine solche Lösung damit immer interessanter.
    Geändert von hyman (29.04.2015 um 09:41 Uhr) Grund: Mobilgeräte aktualisiert; Link zur Navionics Web-App; Fremdkarten auf Lowrance; Links zu OpenSeaMap für Garmin

  4. #4
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    Standard Marktübersicht: Navigation mit dem PC (Windows, Mac OS, Linux)

    Ein Bord-PC ist sicherlich die vielseitigste Navigationshilfe, die außerdem noch erheblichen Zusatznutzen (gerade auf längeren Reisen) bietet. Schier unüberschaubar ist die Vielfalt an verfügbarer Navigationssoftware. Dabei sind manche Softwaretitel kostenlos, andere dagegen recht kostspielig. Auch das Angebot an marinetauglicher PC-Hardware ist vielseitig und oft teuer. Hier der – zwangsläufig unvollständige – Versuch eines Gesamtüberblicks und einer Orientierungshilfe.


    Hardware

    Normale PC-Hardware, wie sie im Büro oder zu Hause benutzt wird, ist für die Verwendung auf Booten aus folgenden Gründen nicht ideal:
    • Kein Schutz vor eindringendem Wasser (gerade Salzwasser führt schon in kleinen Mengen fast immer zu irreparablen Schäden an der Elektronik)
    • Keine tageslicht- oder sonnenlichttauglichen Bildschirme
    • Oft nicht weit genug herunterdimmbar für Nachtfahrten (manche Navigationssoftware bietet für diesen Fall einen speziellen Nachtmodus)
    Wer einen geschlossenen Steuerstand hat und/oder nur im Süßwasser fährt, mag mit diesen Nachteilen leben können. In allen anderen Fällen sollte marinetaugliche oder wenigstens wassergeschützte Hardware eingesetzt werden. Für Außenanwendungen auf Booten sind Schutzarten ab IP54 (staub- und spritzwassergeschützt), besser IP65 (Staubdicht und Schutz gegen Strahlwasser von allen Seiten) sinnvoll. IP66, IP67, oder IP68 bieten noch höheren Schutz gegen das Eindringen von Wasser. Das Gehäusematerial sollte gegen Korrosion beständig (z. B. Kunststoff, beschichtetes Aluminium oder V4A-Edelstahl) sein. Der Anschluss von Kabeln ist im Idealfall in der gleichen Schutzart ausgeführt, wie das Gerätegehäuse selbst. Das betrifft je nach Art und Ausstattung des Systems zumindest den Stromanschluss.

    Marinetaugliche PC-Hardware ist in der Regel ähnlich teuer (oder sogar teurer) als ein Kartenplotter oder Multifunktionsdisplay mit entsprechender Bildschirmgröße. Stellt man statt einem Laptop oder Tablet-PC ein modulares System zusammen, ist auch ein höherer Aufwand für den Einbau einzukalkulieren. Dafür müssen im Fall eines Defekts oder einer Modernisierung nicht zwangsläufig alle Komponenten ausgetauscht werden. Bei der Auswahl von Marine-Geräten aller Art ist darüber hinaus zu beachten:
    • Manche Einbaugeräte sind nur frontseitig gegen Wasser geschützt. Für vollständigen Schutz müssen sie dann wasserdicht in eine Schottwand eingebaut werden.
    • Als Geräte, die zwecks Diebstahlschutz abnehmbar sind, kommen nur Aufbaugeräte in Frage, die von allen Seiten wasserdicht sein sollten. Zudem lohnt es sich dann, die Verkabelung zu minimieren und wasserdicht auszuführen.
    • Nicht alle Marine-Bildschirme sind sonnenlichttauglich. Eine gute Entspiegelung und eine Helligkeit von 800 oder mehr cd/m² und/oder ein reflektives/transflektives Display ist dazu notwendig. Die Sonnenlichttauglichkeit von Touchscreens leidet, wenn zwischen der Touch-Folie und dem LCD zusätzliche Reflexionen entstehen.
    • Gerade auf Segelbooten ist ein niedriger Stromverbrauch wichtig. Brauchen Geräte eine andere Betriebsspannungen als die (meist 12V-)Bordnetzspannung, sind Konverter unvermeidlich, erhöhen aber den Stromverbrauch.
    Wasserdichte Bildschirme

    Wer ein Boot mit geschlossener Kabine (oder sonst einem geschützen Einbauraum für den PC) hat, kann dort einen ungeschützten Windows-PC (Laptop oder Kompakt-PC; siehe unten) und am Steuerstand einen wasserdichten Bildschirm verwenden. Der Bildschirm wird von der Größe her passend zu den Platzverhältnissen im Steuerstand gewählt und erlaubt die Fernbedienung des PCs über einen Touchscreen. Angeschlossen wird er in der Regel per USB (für den Touchscreen) und VGA, DVI oder HDMI (für's Bildsignal), wobei alle Signale (zusammen mit der Stromversorgung) in einem Kabel geführt werden können.

    Die Preise für sonnenlichttaugliche Bildschirme der Schutzart IP67 fangen bei etwa 700 Euro an. Wer aufgrund der Einbausituation wasserdichte Steckverbinder benötigt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen (oder selbst basteln). Anbieter in Deutschland sind z. B.: Darüber hinaus gibt es einige weitere Anbieter von Bildschirmen, die eigentlich für die industrielle Anwendung gedacht, aber auch für den Marineeinsatz geeignet sind. Achtung: Nicht alle Geräte haben einen Touchscreen und wasserdichte Anschlüsse. Auch LED-Hintergrundbeleuchtung und digitale Anschlüsse (DVI, HDMI) sind noch nicht selbstverständlich.

    Kompakt-PCs für geschützten Einbau

    Steht ein ausreichend vor Wasser geschützter Einbauraum zur Verfügung, dann kann dort ein preiswerter kompakter PC ohne besondere Schutzmaßnahmen eingebaut werden. Kompakte, robuste PCs für 12V Betriebsspannung werden oft unter den Bezeichnungen Bord-PC (meist für die Verwendung in Booten) oder Car-PC (für die Verwendung in Autos) angeboten, in Deutschland u. a. von folgenden Firmen: Im Idealfall hat so ein System keinen Lüfter (stattdessen Kühlrippen außen am Metalllgehäuse) und keine Festplatte (stattdessen je nach Speicherbedarf eine große SD-Karte oder ein Solid-State-Drive – SSD). Technisch versierte Anwender können sich ihren Kompakt-PC auch aus einem Mini-ITX-Motherboard samt passendem 12V-Netzteil und Gehäuse selbst zusammenstellen. Viele große Computerhersteller (u. a. Apple, Fujitsu-Siemens, HP) haben ebenfalls Kompakt-PCs mit externen Netzteilen im Programm. Diese sind allerdings nicht zum Betrieb in Fahrzeugen optimiert und laufen daher mit etwas höherer Betriebsspannung (z. B. 18V). Mit einem geeigneten Spannungswandler, wie er für den Betrieb von Laptops im Auto angeboten wird, lassen sich auch solche Geräte im Boot betreiben. So robust wie ein lüfterloses System mit SSD sind sie allerdings in der Regel nicht.

    Wassergeschützte Kompakt-PCs

    Muss der PC ohne einen geschützten Einbauraum auskommen, dann kommt je nach Einbausituation und sonstigen Erfordernissen entweder ein Kompakt-PC mit wasserdichtem Gehäuse oder ein Tablet-/Panel-PC in Frage. Kompakt-PCs oder wasserdichte Gehäuse zum Selbst-Zusammenstellen bieten in Deutschland z. B: die folgenden Firmen an:
    Marinetaugliche Tablet-/Panel-PCs

    Direkt im Steuerstand angebracht, benötigt ein solcher PC keinen zusätzlichen Einbauraum und nur minimale Verkabelung. Das gilt vor allem, wenn ein GPS-Empfänger bereits eingebaut ist; dann muss evtl. nur die Stromversorgung angeschlossen werden. Je nach Gegebenheiten im Cockpit kommen Einbau- oder Aufbausysteme zum Einsatz. Wirklich marinetaugliche Systeme sind allerdings recht kostspielig. Beziehen kann man sie u. a. von folgenden Firmen: Wie schon bei den wasserdichten Bildschirmen gilt auch hier: Es gibt weitere Anbieter mit Schwerpunkt auf industriellen Anwendungen. Und wieder sind nicht alle Geräte sonnenlichttauglich, haben einen Touchscreen und wasserdichte Anschlüsse. Manche Geräte lassen sich gar nur mit einem speziellen Stift bedienen.

    Wassergeschützte Notebook-Computer

    Wassergeschützte Notebook-Computer werden in zwei Bauarten angeboten:
    • Laptops folgen der weithin üblichen Bauweise: Das Display kann über die Tastatur geklappt, aber nicht gedreht werden. Bedienung über Tastatur und Touchpad, kein Touchscreen.
    • Convertibles bieten zusätzliche Freiheitsgrade: Der Bildschirm kann gedreht und in sichtbarer Position über die Tastatur geklappt werden. In dieser Position erfolgt die Bedienung mittels Touchscreen. Der Computer lässt sich also wahlweise wie ein Laptop oder wie ein Tablet-PC nutzen, was in kleineren Cockpits von Vorteil ist (allerdings nur, wenn Fingerbedienung möglich ist; es gibt auch Bildschirme, die sich nur mit einem speziellen Stift bedienen lassen!).
    Es gibt sie z. B. von diesen Firmen: Neue Geräte liegen preislich (mit Ausnahme der Panasonic-Tablets für ca. 2000 Euro) im Bereich über 3000 Euro. Man bekommt sie im gut sortierten Computerfachhandel oder im Netz z. B. bei den folgenden Anbietern: Ein eingebauter GPS-Empfänger ist nicht immer vorhanden, hilft aber ggf. die Verkabelung zu minimieren. In der Regel wird man einen Spannungswandler von 12V auf die Betriebsspannung des Geräts brauchen.
    Geändert von hyman (26.12.2016 um 11:22 Uhr) Grund: Links und Toughbook CF-20 aktualisiert

  5. #5
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    Standard

    Gebraucht kaufen

    Im Gegensatz zu den vorher behandelten Gerätekategorien sind manche Notebooks so verbreitet, dass man auch Gebrauchtangebote findet. Allerdings haben ältere Gerätegenerationen nicht immer die gleichen Eigenschaften wie die aktuellen Modelle. Ältere Geräte von Panasonic, GETAC und Dell bekommt man schon ab 200 Euro, sie bieten aber meist nur IP54 und tageslichttaugliche Bildschirme, während aktuellere Modelle von Panasonic und GETAC IP65-zertifiziert und sonnenlichttauglich (also superhell und/oder transflektiv) sind. Es lohnt sich also, die genauen technischen Daten zu vergleichen. Daumenregel: Die meisten Modelle von Panasonic und GETAC, die einen Core-i-Prozessor haben, bieten auch IP65 und sonnenlichttaugliche Displays. Sie kosten ab ca. 300 Euro (je nach Modell, Alter und Ausstattung auch wesentlich mehr). Typisch sind das z. B. diese Modelle:
    • GETAC V-100 (Modelle mit Core-i7-Prozessor)
    • Toughbook CF-19 ab der vierten Generation (Mk4)
    • Toughbook CF-31 (alle Modelle)
    Auch die letzten Toughbook CF-30 und CF-19 Mk3 waren schon IP65-zertifiziert, das muss man aber im Einzelfall prüfen.

    Zubehör

    Häufig benötigtes Zubehör ist:
    • USB- oder Bluetooth-GPS-Empfänger (falls nicht im Basisgerät eingebaut oder nachrüstbar)
    • Spannungswandler für Geräte, deren Betriebssspannung nicht mit der Bordnetzspannung überein stimmt. Man muss nicht unbedingt zu teurem Originalzubehör greifen; ein preiswertes Gerät (um 30 Euro) von einem anderen Hersteller tut es oft auch.
    • Befestigung für Geräte die nicht fest in eine Schottwand eingebaut (oder mit einem passenden Haltebügel geliefert) werden. Sehr stabil und vielseitig verwendbar sind z. B. die Produkte von RAM-Mount, die je nach Ausstattung ab etwa 100 Euro zu haben sind.
    Die folgenden Webshops haben ein spezialisiertes Angebot:
    Karten und Software

    Karten und Navigationsprogramme

    Karten in den wichtigsten offenen Formaten BSB/KAP und/oder ENC/S-57 können u. a. mit folgender Software benutzt werden:Etwas exotischer sind die folgenden Programme für spezielle Kartenformate, die mehr für topografische Karten, gelegentlich aber auch für Gewässerkarten verwendet werden:
    • Ozi Explorer (ca EUR 80) verarbeitet u. a. ein eigenes, allerdings relativ verbreitetes Format
    • Garmin MapSource, Garmin BaseCamp (für Windows und Mac OS) und QLandkarte (alle kostenlos, MapSource nur im Paket mit Karten) verarbeiten das Garmin-IMG-Format (nicht zu verwechseln mit dem neueren Bluechart-g2-Format für Kartenplotter von Garmin). Dabei ist QLandkarte am schlanksten und läuft auf Windows, Mac OS X, Linux und Windows Mobile. Die Garmin-Software ist für Linux und Windows Mobile nicht erhältlich.
    Die Karten der großer kommerziellen Anbieter von Karten für Kartenplotter können – unter Einsatz kommerzieller Software sehr unterschiedlichen Funktionsumfangs – ebenfalls mit Bord-PCs genutzt werden:Eine Reihe kleinerer Anbieter kommerzieller Karten hat ebenfalls passende PC-Software im Programm:
    Auswahl des richtigen Navigationsprogramms

    Wie soll man in dieser schier unüberschaubaren Vielfalt das richtige Programm für die eigenen Bedürfnisse finden?

    Als Startpunkt bieten sich die beiden frei verfügbaren Programme OpenCPN und SeaClear an. OpenCPN ist recht vielseitig für frei verfügbares Kartenmaterial und für die günstigen Papier/Digital-Kombipacks vom NV-Verlag einsetzbar und läuft mit vielen gängigen Betriebssystemen. Es kann mit folgenden Karten arbeiten:
    • Vektorkarten in den Formaten ENC/S-57 und C-Map (bis v2 oder CM93/2)
    • Rasterkarten im Format BSB/KAP (bis Version 3)
    • Auf Windows mit zusätzlichen Plugins auch NV.digital und BSB4 (aber nicht BSB5)
    SeaClear läuft nur auf Windows und beherrscht nicht so viele Kartenformate (v. a. kein ENC/S-57 und kein NV.digital), gilt aber (je nach Standpunkt) als ausgereifter oder weniger aktuell. Zum SeaClear-Programmpaket gehört das auch für OpenCPN-Anwender nützliche MapCal, mit dem sich selbst gescannte Karten kalibrieren lassen.

    Zusätzliche Software braucht also nur, wer spezielle, darüber hinaus gehende Anforderungen an Funktionalität oder Kartenformate hat:
    • Für Küstengewässer, die nicht im NV.digital-Format verfügbar sind (und die man nicht von Papierkarten selbst scannen und kalibrieren möchte)
    • Für den Bodensee und andere Binnengewässer, für die keine (oder keine preiswerten) ENC/S-57-Karten verfügbar sind (hier hilft je nach Gewässer z. B. das kostenlose QLandkarte für Garmin-IMG-Karten, NaviCharT mit seinen proprietären Karten oder jede Software, die mit C-Map- oder Navionics-Karten umgehen kann)
    Je nach detailliertem Anforderungsprofil kommen z. B. die folgenden kommerziellen Softwareprodukte in Frage:
    Sonstige Software

    Mit TeamViewer für Android und iOS (private Nutzung kostenlos) oder iDisplay (für Android und iOS/iPhone/iPad) lässt sich ein PC vom Tablet oder Smartphone aus bedienen. Das wird besonders dann interessant, wenn wasserdichte Tablets billiger zu bekommen sind als entsprechende Bildschirme allein oder wenn man ein größeres Boot mit zwei Fahrständen ausrüstet.


    Fazit

    Mit einem Bord-PC hat man eine technisch anspruchsvolle, extrem vielseitige Navigationshilfe. Kaum ein Kartenformat bleibt dem PC verschlossen und die Kommunikation auf Reisen erledigt der PC nebenher. Allerdings muss man nicht nur für manche Softwaretitel, sondern auch für wirklich marinetaugliche Hardware ein vierstelliges Budget einplanen. Wer das nicht möchte, kann mit einem gebrauchten Panasonic- oder GETAC-Convertible und der kostenlosen Software OpenCPN einen Einstieg finden, der preislich unterhalb eines Mittelklasse-Kartenplotters bleibt.
    Geändert von hyman (17.01.2017 um 10:08 Uhr) Grund: NV-Verlag und Gebrauchtpreise aktualisiert

  6. #6
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    Standard Marktübersicht: Navigation mit SmartPhone oder Tablet (Android, iOS)

    In den letzten Jahren hat sich in diesem Bereich revolutionäres getan: Seit Navionics 2009 den Markt eröffnet hat, wächst das Angebot an Kartenmaterial stetig weiter (z. B. mobile C-Map-Karten von Jeppesen und Garmin). Geräte, die nicht wasserdicht sind (z.B. von Apple), lassen sich mit wasserdichten Taschen und Gehäusen ausrüsten.


    Hardware


    Wasserdichte Android-Smartphones

    Obwohl Smartphones recht kleine Displays haben, können sie für kleine Boote eine brauchbare Lösung sein. Wasserdicht und auch bei Tageslicht noch ablesbar sollten sie dazu sein – also eine Displayhelligkeit von 500cd/m² oder mehr haben. Die meisten wasserdichten Handys werden mit der Schutzart IP67 angegeben – das ist mindestens sehr gut spritzwassergeschützt.

    Wasserdichte Geräte gibt es zu Preise ab etwa 140 Euro, wie die Übersicht bei heise.de oder eine Amazon-Suche zeigt:
    • Das Motorola Defy Plus hat leider keinen würdigen Nachfolger. Das Defy Mini ist in jeder Hinsicht sehr billig: unter 80 Euro, sehr einfaches Display, langsamer Prozessor, zu wenig Speicher.
    • Samsung Galaxy XCover 2 (Android 4.1, Dual-Core-Prozessor, 4"-Display mit ca. 350 cd/m²). Für 140 Euro ein Handy ohne große Schwächen.
    • MotoG (spritzwassergeschützt, 4.5"- oder 5"-Display 1280x768 mit 400 cd/m², zeitgemäße Hardwareausstattung, Android 4.4, Preise ab 150 Euro)
    • Sony Xperia Go (Android 4.0, zeitgemäße Hardwareausstattung, Displayhelligkeit ca. 450cd/m², aber nur 320x480 Pixel auf 3,5", ab ca. 180 Euro)
    • Sehr hell ist auch die Familie Sony Xperia Z mit 450 cd/m² und mehr. Preise ab ca. 250 Euro.
    • Unterschiedlich hell sind die wasserdichten Vertreter der Familie Samsung Galaxy S. Preise ab etwa 300 Euro.
    • Unbekannte Displayhelligkeit haben
      • das Caterpillar CAT B15 (4"-Display, Dual-Core-Prozessor, Android 4.2, IP67, ca. 300 Euro) und sein kleinerer Bruder B10 3,2"-Display, ca. 270 Euro).
      • das Rug Gear RG700 (5.3"-Display, Dual-Core-Prozessor, Android 4.1, IP68, ca. 550 Euro) und sein kleinerer Bruder RG500 (3.2"-Display, ca. 350 Euro)
    Einige nicht wasserdichte Handys haben noch hellere Displays, die sich gut zur Verwendung in einer wasserdichten Hülle eignen:
    • HTC Desire Eye (600 cd/m²)
    • LG Optimus Black P970 (690 cd/m²)
    • LG Prada 3.0 (gut 700 cd/m²)
    • Sony XPeria P (900 cd/m²)
    Entspiegelte Displays bekommt man bei den Consumer-Handys generell nicht – allenfalls kann eine entspiegelte Schutzfolie helfen. Entspiegelte Displays gibt es nur bei teuren wasserdichten Smartphones für professionelle Anwender. Beispiele:
    • Winmate Rugged Smartphone E430: tageslichttaugliches 4,3"-Display (270-400 cd/m², kaum entspiegelt), IP66, eingebautes GPS, Android 2.3 oder 4.1. Kein Importeur für Deutschland. Ein polnischer Importeur nennt Preise ab ca. 600 Euro. Interessenten können auch direkt bei Winmate bestellen.
    • Handheld Nautiz X1 ist ein extrem robustes Android-Handy: Wasserdicht nach IP67, sonnenlichttaugliches 4"-Display, zeitgemäße Technik (GPS, Dual-Core-CPU, 1GB Arbeitsspeicher, 700 Euro).
    • Honeywell Dolphin 70e: Wasserdicht nach IP67, sonnenlichttaugliches 4,3"-Display (GPS optional), Preis ab ca. 800 Euro
    • Trimble Juno T41 hat je nach Ausführung IP65 oder IP68, ein sonnlichttaugliches Display, GPS und eine Dual-Core-CPU. Mit Android 2.3 und 512MB Arbeitsspeicher ist es aber weniger gut ausgestattet als das Nautiz X1und daher mit ca. 1000 Euro eigentlich zu teuer.
    • Panasonic Toughpad FZ-X1 (IP68, tageslichttaugliches 5"-Display, Android 4.2, Quad-Core, 2GB, mit über 1600 Euro sehr teuer)
    Zur Befestigung im Boot eignen sich je nach den Gegebenheiten am Steuerstand Saugfußhalterungen für's Auto oder Lenkerrohrhalterungen für's Fahrrad. Beides gibt es in verschiedenen Ausführungen ab etwa 12 Euro.

    iPhone und iPod touch wasserdicht?

    Das iPhone hat seit der Version 3 ein mit ca. 450 cd/m² tageslichttaugliches Display. Beim neueren Modellen gibt es ein noch helleres Display (500 cd/m²) und einen besseren GPS-Empfänger. Allerdings sollte man ein iPhone wasserdicht einpacken, um es sicher auf dem Boot verwenden zu können. Viele weichen Hüllen (und auch manche Hartschalen) liegen nicht gut am Display an, manche sind auch zu milchig. In beiden Fällen leidet die Bedienbarkeit und die Ablesbarkeit des Displays.

    Mit IP68 die höchstmögliche Schutzart bieten die Lifeproof iPhone 4/4S Cases (für iPhone 4 bis 6), mit dem das iPhone zudem voll bedienbar bleibt. Die als Zubehör lieferbare Fahrradhalterung lässt sich auch für die sichere Befestigung im Steuerstand nutzen. Eine derart perfektionistische Lösung hat ihren Preis: Etwas über 100 Euro muss man für diese Kombination ausgeben. Fast ebenso teuer und komfortabel ist auch das in mehreren Farben erhältliche Lifedge iPhone Case (für 5/5s und 6).

    Etwas günstiger geht es mit den iPhone-Gehäusen und passenden Montagesystemen des Herstellers Armor-X, die bis Schutzart IPX8 reichen.

    Schutzart IP67 oder IPX7 gibt es auch noch günstiger – mit Einschränkungen bei der Nutzung. Ein eng anliegendes (allerdings extrem mattiertes) Gehäuseoberteil auf dem Display bietet die Krusell SEaLABox. Auch das DryCase ist komplett wasserdicht. Die Folie dieser Tasche liegt eng am Display an, weil das Innere luftleer gepumpt wird. Beide haben gemeinsam, dass das Laden und die Bedienung der seitlichen Tasten im eingepackten Zustand nicht mehr möglich ist.

    Lediglich Spritzwasserschutz bieten das BioLogic BikeMount oder die baugleiche BikeConsole von Tigra (ab etwa 40 Euro). Vorteil: Das Laden ist im geschlossen Case möglich, ohne dass der Spritzwasserschutz gefährdet wird. Beim Griffin Survivor All Terrain (etwa 30 Euro) ist das Laden wenigstens möglich, indem ein kleiner Gummipfropfen geöffnet wird, womit der Spritzwasserschutz von oben bestehen bleibt.

    Einen anderen Ansatz für lange Laufzeit verfolgt das mophie juice pack H2PRO: Ein Zusatzakku verlängert die Laufzeit auf das Doppelte. Die Schutzart IP68 kann so länger erhalten bleiben, bevor der Ladeanschluss wieder gebraucht wird.

    So auch beim Magellan ToughCase, Schutzart IPX7, zusätzlich mit eigenem GPS-Empfänger (ab etwa 150 Euro). Damit kann sogar ein iPod touch (2. und 3. Generation, gebaut zwischen 2008 und 2010, ohne GPS-Empfänger) als Navigationsgerät verwendet werden – wenn auch (wegen geringerer Displayhelligkeit) mit Einschränkungen bei der Ablesbarkeit im Sonnenlicht. Das Gehäuse passt auch für etwa gleich alte iPhones (also iPhone 3GS, iPhone 3G und das Ur-iPhone). Für die iPod-touch-Modelle der 4. und 5. Generation (ab Ende 2010) passt es dagegen nicht (mir ist auch sonst keine wasserdichte Lösung mit integriertem GPS bekannt).

    Oft bleibt für die Befestigung eines wasserdicht eingepackten iPhones im Steuerstand nur eine universelle Klemmhalterung. Leider packen nicht alle Modelle fest genug zu, um das iPhone auch bei Rauwasserfahrten dort zu halten, wo es hin gehört. Bei Montagesystemen wie Fahrradhalterungen (zum Lifeproof iPhone Case un den Gehäusen von Armor-X lieferbar, beim BikeMount oder der BikeConsole inklusive) ist die Befestigung an einem Rohr passenden Durchmessers möglich und wegen besserer Stabilität auch zu empfehlen.

    Wasserdichte Android-Tablets

    Inzwischen gibt es auch wasserdichte Consumer-Tablets: Daten zur Helligkeit und Tageslichttauglichkeit der Displays fehlen bei fast allen Geräten. Tages- oder sonnenlichtaugliche, entspiegelte Displays und wasserdichte Anschlüsse für die Stromversorung bieten eher manche der professionellen Geräte (neu ab 400 Euro, überwiegend 7-Zoll-Geräte):
    Einige der angesprochenen Handys und Tablets kann man in Deutschland z. B. bei Mettenmeier beziehen. International gibt es weitere Anbieter, z. B.: Ist man bereit, ein normales Android-Tablet in eine wasserdichte Hülle zu stecken, kommen z. B. die folgenden Modelle mit recht hellen Displays (in Tests teilweise als tageslichttauglich beschrieben) in Frage: Da die Tablets mit Displays ab 7 Zoll doch deutlich schwerer sind als Smartphones, ist eine solide Befestigung im Cockpit unbedingt nötig. Spezielle Halterungen für die genannten wasserdichten Tablets gibt es bisher nicht; bei der Verwendung universeller Halterungen ist auf einen sicheren (am besten formschlüssig umgreifenden) Halt zu achten. Solide Lösungen sind z. B.:
    Beide können mit verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten des jeweiligen Herstellers kombiniert werden.

    iPad wasserdicht?

    Nur die iPad-Modelle mit 3G-Netzwerkanbindung haben auch GPS-Empfänger. Die Displays der bisherigen iPad-Modelle sind mit ca. 400 cd/m² (mit leichten Vorteilen für das iPad 2 und weiterer Verbesserung beim iPad 3) nur tageslicht- aber nicht sonnenlichttauglich. Packt man ein iPad dazu noch in eine wasserdichte Hülle oder ein Hardcase, sollte man daher (mehr noch als beim iPhone) auf eine möglichst dünne, glasklare (aber entspiegelte), glatt anliegende Displayfolie achten.

    Beim "großen" iPad reichen die Preise für brauchbare Hüllen von etwa 30 Euro für das M-Edge Leisure Jacket (nur Spritzwasserschutz, leider kein Vertrieb in Deutschland) bis ca. 450 Euro für das Flowgistics Compadion. Die Besonderheit bei letzterem: Das iPad wird fest darin eingebaut und kann nicht ohne Weiteres wieder entnommen werden. Dafür sind alle Bedienelemente und Steckverbindungen wasserdicht und dennoch von außen zugänglich. Knapp darunter ist mit immer noch über 300 Euro das Hard-Case mit IP65-Spezifikation (von Andres Industries; Vertrieb über Bukh, Bremen und den Bootsfachhandel) angesiedelt.

    Mit jeweils etwas über 100 Euro in der Mittelklasse angesiedelt sind das Lifeproof nüüd (für iPad 2 und 3, IP68) und das Lifedge Waterproof Case for iPad. Das letztere gibt es sogar in verschiedenen Farben. Die günstigsten Hardcases sind das iPad Gehäuse wasserdicht - Art. Nr. 237 des Herstellers Armor-X, das Aqua Mate 810 und das Aqua iPad Case (bei verschiedenen Versendern ab ca. 50 Euro). Bei diesen ist allerdings die Bedienung der seitlichen Knöpfe nicht möglich. Die bereits beim iPhone genannten DryCase, Griffin Survivor und ArmorX gibt es auch größer fürs iPad (EUR 50 bis 90).
    Geändert von hyman (03.07.2016 um 16:59 Uhr) Grund: Veraltete Info entfernt; mophie juice pack H2PRO und Railblaza-Tablethalterung hinzugefügt; Tablet-Preise und Links aktualisiert

  7. #7
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    Standard

    Nicht alle Cases passen auch für aktuelle iPads. Nur die Cases von Flowgistics, Andres Industries und Lifeproof ermöglichen das Laden des iPads im wasserdicht eingepackten Zustand. Und nur für die Cases von Flowgistics, Andres Industries und Armor-X gibt es solide Halterungen zur Befestigung im Cockpit. Für andere Cases greift man zweckmäßig auf die (allerdings nicht ganz billige) Halterung von RAM-Mount zurück, wenn man keine geeignete Fläche hat, auf der man das iPad samt Hülle einfach mit selbstklebendem Klettband oder aufgeschraubten U-Profilen befestigen kann.

    Für's iPad mini (mit ca. 350 cd/m² nicht ganz so hell wie die größeren iPad-Modelle) gibt es die folgenden wasserdichten Hartschalengehäuse:
    Weichtaschen findet man bei den gleichen Herstellern wie für iPhone und iPad.

    Phablets, Smartlets

    Unter dieser Gerätekategorie versteht man "zu groß geratene" Smartphones, also Geräte mit Bildschirmen zwischen 5 und 6.5 Zoll Diagonale. Einziger wasserdichter Vertreter dieser Kategorie ist bisher das Sony XPeria Z Ultra (IP58, 6.4", 440cd/m²; ca 260 Euro).


    Apps und Karten für Mobilgeräte

    Generell sind im Folgenden Apps weg gelassen, die nur Information für Übersee (meist USA) oder nur lokal begrenzte Gebiete anzeigen. Sie finden sich ggf. unter Revierinformation. Andererseits sind einige Apps aufgenommen, die nicht in erster Linie für Skipper gedacht, aber doch nützlich sind.

    Kostenlose Apps mit In-App-Kauf von Karten:
    • Jeppesen Marine Plan2Nav: C-Map-Basiskarte, In-App-Kauf und Download detaillierterer C-Map-Karten (EUR 22 .. 60). Online Google- oder Apple-Karten, Gezeiten, Strömungen und Wettervorhersagen. Näheres im Handbuch (für iOS, für Android; nur englisch).
    • Navionics Boating für iOS und Android: EUR 10 .. 70 je nach Gerätetyp und Kartenausstattung: hauseigene Vektorkarten und Online-Zusatzinfos (Benutzerberichtigungen, Gezeiten, Strömungen, Wind, Wetter). Web-Preview. Nachkaufbare Funktionsmodule (je EUR 1,80 bis 3,60; manche nur für iOS).
    • Garmin BlueChart Mobile für iOS: Kartenpakete zwischen 27 und 63 Euro.
    • nv charts für Android und iOS: Digitalkarten (Kombipacks ab 2013 oder online gekauft) des NV-Verlags (EUR 50 .. 200), Winddaten.
    • Flytomap WaterMap für iOS, Marine Charts für Android (EUR 2 .. 24 je nach Gerät und Kartenausstattung): ENC/S-57-Vektorkarten (online auch Google-Satellitenbilder). Web-Preview.
    • Marine Imray Charts für iOS (EUR 30 .. 40): Imray-Rasterkarten und Zusatzinformationen aus Pilot Books und Tides Planner.
    • Transas iSailor für iOS: Karten im Transas-Format TX-97 als In-App-Kauf (EUR 22 pro Paket).
    • SeaPal für Android und iOS: Bodenseekarten von IBN und weitere, teils aus frei verfügbaren Karten konvertierte Kartensätze (je zwischen 5 und 30 Euro) an.
    Kostenpflichtige Apps für nur ein Kartenformat
    • WaterTrack für iOS und Android (EUR 15 bis 40, je nach Funktionsumfang, kostenlose 10-Tages-Demo): eigenes, offline nutzbares Kartenformat aus OpenSeaMap und amtlichen ENC-Binnenkarten. ELWIS-Modul für aktuelle Nachrichten, Autorouter im Beta-Test.
    • Marine Navigator für Android (ca. EUR 7; eingeschränkte kostenlose Version s. u.): freie oder verschlüsselte Karten im Format BSB/KAP (beim Import in eigenes Format umgewandelt). Karten dafür kann man z. B. bei visitmyharbour.com kaufen.
    • Kartenwerft NavPro (30 Euro für Android, iOS in Vorbereitung): Karten wie bei der kostenlosen Version (siehe unten)
    • MX Mariner für Android (ca. EUR 5): Kartenpakete in eigenem Format; für einige Regionen weltweit kostenpflichtiger Download oder mit kostenlosem PC-Programm MX Cart aus BSB/KAP-Dateien selbst erstellt.
    • NaviPad für iOS (EUR 2; Free-Version mit eingeschränkter Funktionalität siehe unten): heruntergeladene oder selbst erstellte BSB/KAP-Kartendateien.
    • Rivers & Seas (EUR 40, bisher nur für iPad): Karte aus verschiedenen Quellen für viele deutsche und niederländische Binnengewässer, Ostsee, Nordsee, Balearen und Adria
    Kostenpflichtige Apps für mehrere Kartenformate
    • SEAiq Open (EUR 40) für iOS: Vektorkarten (Inland-ENC, ENC/S-57, ENC/S-63 und C-Map 93/CM93) und Rasterkarten im BSB/KAP-Format. NMEA/AIS über WLAN. Kostenlose Demo-Version.
    • iNavX Marine Navigation für iOS: kostenlose und kostenpflichtige Vektor- und Rasterkarten verschiedener Anbieter (z. B. von Navionics EUR 30 .. 80, NV-Verlag einschl. Papierkarten EUR 60 .. 200). Funktionalität nah an guten Kartenplottern. Kein Import von Benutzer-Kartenmaterial.
    • memory-map ist schon länger mit PC- und Pocket-PC-Software im Geschäft. Neuerdings gibt es auch eine iOS- und eine Android-App (beide als Basisversion kostenlos): Rasterkarten aus dem Digital Map Shop (begrenzte Auswahl). Eigene Karten nur mit Upgrade (ca. EUR 25). Manche Kartenformate (z. B. NV.digital) nur über PC-Version (ca. EUR 40) importierbar.
    • OffNav für Android (ca. EUR 3): eigenes Rasterkartenformat, das mit PC u. a. aus BSB/KAP-Dateien erzeugt werden kann.
    • GPS-Mate für Android (ca. EUR 5): BSB/KAP-Karten und einige Online-Karten (z. B. OpenSeaMap und Satellitenbilder). Mit Windows-Applikation (Paketpreis dann EUR 22) weitere Kartenformate importierbar, darunter BSB/KAP, Ozi MAP und NV.digital.
    Kostenlose Kartenplotter-AppsTiden, Strömungen
    • AyeTides für iOS: Tiden- (teils auch Strömungs-) vorhersagen für fast 10000 Orte weltweit an, auch integriert mit iNavX.
    • Real Tide für iOS (EUR 1,60): Gezeiten- und Strömungsvorhersage bis 2080 für über 12000 Orte weltweit ohne Internetverbindung
    • Tide Prediction für Android (kostenlos): Gezeitenvorhersage für 3000 Orte in vielen Gebieten weltweit, funktioniert (nach der Installation) ganz ohne Internetverbindung. Von muchoviento.net
    • Marine Tides Planner von Imray für iOS (EUR 4, Vorjahresversion kostenlos): Vorhersage von Gezeiten (weltweit) und Strömungen (Nordsee) für bis zu 2 Jahre (ohne Internetverbindung)
    • World Tides / World Tides HD für iOS (ca. EUR 1,60; HD-Version ca. EUR 2,40; Vorjahresversion kostenlos): Gezeitenvorhersage basierend auf den Daten von UKHO, offline bis zu 7 Tage im Voraus
    • aTides für Android (kostenlos oder anzeigenfreie Version für ca 1,50 EUR): weltweite Gezeitenvorhersage auf Basis der NOAA-Daten
    • Diverse weitere Apps für Android und für iOS
    Wellen, Wind und WassertemperaturWetter für WassersportlerSonstige Apps

    Wer die passende Software derzeit nur für den PC findet, kann sie mit TeamViewer für Android und iOS (private Nutzung kostenlos) oder iDisplay (für Android und iOS) vom Tablet oder Smartphone aus sehen und bedienen, z. B.
    • weil wasserdichte Tablets teils billiger zu bekommen sind als entsprechende Bildschirme,
    • wenn das verfügbare Kartenmaterial mit einem PC-Programm besser als direkt mit einer App nutzbar ist,
    • wenn man ein größeres Boot mit zwei Fahrständen ausrüstet.

    Ausblick

    Wasserdichte Android-Geräte (oder auch ein iPad mit wasserdichtem Gehäuse) kosten weniger als Kartenplotter mit vergleichbarer Bildschirmgröße, sind aber nicht unbedingt salzwasserfest. Wasserdicht sind sie nur, solange alle Abdeckungen und Stöpsel an ihrem Platz sind. Bei vielen Geräten ist die dauerhafte Stromversorgung nur per Steckverbindung möglich; sie sind dann nicht mehr dicht, wenn man auf dem Boot eine Stromversorgung anschließt (evtl. kann man sich mit dauerelastischer Dichtmasse behelfen).

    Wasserdichte Stromanschlüsse haben z. B. das ToughPad JT-B1 von Panasonic oder einige Handies und Tablets der Xperia-Z-Serie von Sony. Anders als bei "richtigen" Kartenplottern sind diese aber nicht als wasserdichte Steckverbindungen, sondern als offene Kontaktflächen ausgeführt -- man braucht daher eine passende Docking Station. Wenn eine solche nicht in wasserdichter Ausführung angeboten wird, muss man evtl. selbst was mit Federkontakten basteln. Bei der Xperia-Z-Serie reicht auch ein preiswertes magnetisches Ladekabel.

    Die angebotenen Karten für Küstengewässer sind so preiswert wie für keine andere Gerätegattung. Allerdings gibt es weniger oder gar keine Berichtigungen. Die ENC/S-57-Karten vieler Fahrtgebiete (z. B. europäische Binnenwasserstraßen) kann man mit OpenCPN für Android oder mit SEAiq für iOS nutzen. Aternativ ist die Nutzung konvertierter Karten, z. B. mit WaterTrack oder OruxMaps möglich. Routenplaner gibt es fast nur für PCs (Stentec's WinGPS Pro/Voyager, Delius Klasing's Binnen Navigator oder Noordersoft's pc.navigo) oder online (Routino für ganz Europa, Fluviacap für Frankreich). Einzig Watertrack wagt sich mit seiner Beta-Version ins mobile Lager.

    Anders als auf dem PC gibt es keine wirklich universelle Kartenplotter-App. SEAiq oder iNavX für iOS und OpenCPN für Android kommen dem am nächsten. Manches geht dennoch nur mit (teils recht teuren) PC-Programmen.


    Fazit


    Die elektronische Navigation ist mit modernen Mobilgeräten so preiswert geworden wie nie zuvor. Die Funktionalität reicht nicht ganz an die von teuren Bord-PCs mit entsprechender Software heran. iOS bietet vielleicht etwas mehr Auswahl an kommerziellen Karten und Apps, während Android mit OpenCPN und der Robustheit und Wasserdichtigkeit der Hardware punktet.
    Geändert von hyman (17.01.2017 um 10:04 Uhr) Grund: NV-App und Boatpilot hinzugefügt, Ausblick umstrukturiert

  8. #8
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    Standard Navigation mit dem Pocket-PC (Windows Mobile)

    Warum sollte man heute noch mit einem Pocket-PC navigieren wollen? Nun, die Hardware ist billig (wenn auch in der Regel nicht wasserdicht), und Software ist für fast alle Zwecke verfügbar (wenn auch mit abnehmender Tendenz). Die Grenzen werden bei der Bildschirmgröße und bei der Verwendung von Vektorkarten deutlich – da haben anderen Gerätekategorien die Nase vorn. Das folgende Dokument gibt einen Überblick:
    Navigation mit dem Pocket PC.pdf
    Folgende Themen werden darin behandelt:
    • Entscheidungshilfe: Kartenplotter, Laptop, Tablet oder Pocket PC/Smartphone?
      (Dazu aber auch die aktuelleren Artikel oben lesen...)
    • Marktübersicht: Navigation mit Windows Mobile – Programme und Kartenmaterial
    Nicht enthalten: Windows Phone ab Version 7. Wer ein neues Smartphone kauft, das auch als Kartenplotter eingesetzt werden soll, kauft ohnehin besser ein wasserdichtes Android-Gerät.

    Auf der (auch sonst interessanten) Site von Wellenvogel gibt es eine Anleitung wie man aus einem älteren, Windows-Mobile-basierten Motorad-Navi und dem OziExplorer einen wasserdichten Kartenplotter basteln kann.
    Angehängte Dateien
    Geändert von hyman (03.07.2016 um 17:25 Uhr) Grund: Wellenvogel-Links; Neue Version 2.2 des PDFs

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