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Jacky
10.01.2010, 17:09
Sonntagmorgen tritt der Bootsbesitzer in den Niederlanden vor sein WoMo und schaut in Richtung Bootsanhängerparkplatz. Sein Schlauchboot und Anhänger sind verschwunden.
Anruf bei der niederländischen Polizei, Streifenwagen, Polizeiwache, Anzeigenaufnahme enttäuschte Heimreise.
25 km weiter und 6 Stunden später. Deutsch-niederländischer Grenzübergang. Dort fällt einer Mobilen Streife der Bundespolizei ein Schlauchboot auf einem Trailer auf. Trailer und Zugfahrzeug ein osteuropäisches Kennzeichen, das Boot ein deutsches Boots-Kennzeichen. Die Streifenführerin, eine begeisterte Wassersportlerin, fällt dieses sofort auf. Also hinterher, Haltezeichen und allgemeine Kontrolle. Überprüfung ergibt keine Auffälligkeit, Anzeige liegt noch keine vor. Aber sie bleibt skeptisch und hat eine weitere Rufnummer in ihrem Handy.
Die Rufnummer des 24 Stunden besetzten Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei. Dort erfährt sie von dem diensthabenden Kollegen, dass vor rund 5 Stunden ein Hinweis rein kam, dass dieses Boot ggf. gestohlen sein kann. Sie bekommt über ihre Leitstelle die Bootsnummer, die Bootsidentifizierungsnummer und weitere Daten zum Boot. Genau dieses Boot wurde offensichtlich in den Niederlanden vor rund 7 Stunden gestohlen.

So oder ähnlich könnte sich ein Vorgang abspielen und wie kam es zu dem schnellen Erfolg ?

Der Bootseigentümer hat einen Bootspass und damit alle relevanten Daten über Boot, Zubehör und Trailer. Diese Daten hatte er spontan nach der Anzeige bei der niederländischen Polizei mit Hilfe seines PDA's als vorbereitete Textdatei via Mail an das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei in Konstanz geschickt und dort war der Vorgang somit schon aktenkundig.
OK, in dem Beispiel sind auch einige Zufälle drin. Wassersportbegeisterte Bundespolizistin,
bereits vorhandener Bootspass, Daten des Bootspasses auf dem PDA, die bekannte Mailadresse des Kompetenz-Zentrum. Aber bis auf die wassersportbegeisterte Bundespolizistin haben wir auf alles eigenen Einfluss.

Wer hat also schon einen Bootspass, wer kennt alle Daten (z.B. Seriennummer) von Boot, Motor und Zubehör ?

Das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei erreicht man unter:
kbk@pdkn.bwl.de
Wasserschutzpolizeistation Konstanz
Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei BW
Stromeyersdorfstraße 7
78467 Konstanz
Tel. 07531/5902-300
Fax 07531/5902-309

Hilfreich kann auch ein GPS-Tracker sein. Gut und sicher eingebaut, kann man das verloren gegangene (hoffentlich nie) Boot orten.
Die Technik macht es möglich. Ich sende eine SMS oder einen Anruf an eine bestimmte Rufnummer und ca. 20 Sekunden später erhalte ich eine SMS mit den aktuellen Koordinaten und der Bewegungsgeschwindigkeit. Diese kann ich entweder in meinen Navi oder in einem ans Internet angeschlossenen PC eingeben und bekomme auf wenige Meter genau, den Standort angezeigt. Das Gerät gibt kein verräterisches Klingelzeichen, sondern gibt ganz still seinen Alarm raus.

Das Gerät ist nicht viel größer als eine Streichholzschachtel wird mit 12 Volt betrieben und hat für den Fall der abgeklemmten Batterie noch eine Eigenversorgung die rund zwei Tage hält.

Dem Gerät selber kann man aber auch bitten innerhalb einer Zeitspanne automatisch eine SMS mit Koordinaten zu senden oder man gibt einen Bewegungsradius ein und entfernt sich das Gerät aus diesem, schlägt es ebenfalls via SMS Alarm.

Was muss man haben ? Einen GPS Tracker, eine Prepaid SIM Karte und eben ein zweites Handy für die Anwahl.

Kommunikation geschieht über SMS Versand. Bestimmte Code, die allerdings über Passwort gesichert sind, verraten dem Gerät, wie es sich verhalten soll. Für knapp 100 Euro und geringe Betriebskosten kann man zwar sein Boot und Wohnmobil – natürlich auch andere Sachen – nicht vor Diebstahl direkt schützen, aber bei der Wiederauffindung kann es schnell und effektiv helfen.


Gruß Hans

Water
10.01.2010, 17:17
Sonntagmorgen tritt der Bootsbesitzer in den Niederlanden vor sein WoMo und schaut in Richtung Bootsanhängerparkplatz. Sein Schlauchboot und Anhänger sind verschwunden.
Anruf bei der niederländischen Polizei, Streifenwagen, Polizeiwache, Anzeigenaufnahme enttäuschte Heimreise.
25 km weiter und 6 Stunden später. Deutsch-niederländischer Grenzübergang. Dort fällt einer Mobilen Streife der Bundespolizei ein Schlauchboot auf einem Trailer auf. Trailer und Zugfahrzeug ein osteuropäisches Kennzeichen, das Boot ein deutsches Boots-Kennzeichen. Die Streifenführerin, eine begeisterte Wassersportlerin, fällt dieses sofort auf. Also hinterher, Haltezeichen und allgemeine Kontrolle. Überprüfung ergibt keine Auffälligkeit, Anzeige liegt noch keine vor. Aber sie bleibt skeptisch und hat eine weitere Rufnummer in ihrem Handy.
Die Rufnummer des 24 Stunden besetzten Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei. Dort erfährt sie von dem diensthabenden Kollegen, dass vor rund 5 Stunden ein Hinweis rein kam, dass dieses Boot ggf. gestohlen sein kann. Sie bekommt über ihre Leitstelle die Bootsnummer, die Bootsidentifizierungsnummer und weitere Daten zum Boot. Genau dieses Boot wurde offensichtlich in den Niederlanden vor rund 7 Stunden gestohlen.

So oder ähnlich könnte sich ein Vorgang abspielen und wie kam es zu dem schnellen Erfolg ?

Der Bootseigentümer hat einen Bootspass und damit alle relevanten Daten über Boot, Zubehör und Trailer. Diese Daten hatte er spontan nach der Anzeige bei der niederländischen Polizei mit Hilfe seines PDA's als vorbereitete Textdatei via Mail an das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei in Konstanz geschickt und dort war der Vorgang somit schon aktenkundig.
OK, in dem Beispiel sind auch einige Zufälle drin. Wassersportbegeisterte Bundespolizistin,
bereits vorhandener Bootspass, Daten des Bootspasses auf dem PDA, die bekannte Mailadresse des Kompetenz-Zentrum. Aber bis auf die wassersportbegeisterte Bundespolizistin haben wir auf alles eigenen Einfluss.

Wer hat also schon einen Bootspass, wer kennt alle Daten (z.B. Seriennummer) von Boot, Motor und Zubehör ?

Das Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei erreicht man unter:
kbk@pdkn.bwl.de
Wasserschutzpolizeistation Konstanz
Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei BW
Stromeyersdorfstraße 7
78467 Konstanz
Tel. 07531/5902-300
Fax 07531/5902-309

Hilfreich kann auch ein GPS-Tracker sein. Gut und sicher eingebaut, kann man das verloren gegangene (hoffentlich nie) Boot orten.
Die Technik macht es möglich. Ich sende eine SMS oder einen Anruf an eine bestimmte Rufnummer und ca. 20 Sekunden später erhalte ich eine SMS mit den aktuellen Koordinaten und der Bewegungsgeschwindigkeit. Diese kann ich entweder in meinen Navi oder in einem ans Internet angeschlossenen PC eingeben und bekomme auf wenige Meter genau, den Standort angezeigt. Das Gerät gibt kein verräterisches Klingelzeichen, sondern gibt ganz still seinen Alarm raus.

Das Gerät ist nicht viel größer als eine Streichholzschachtel wird mit 12 Volt betrieben und hat für den Fall der abgeklemmten Batterie noch eine Eigenversorgung die rund zwei Tage hält.

Dem Gerät selber kann man aber auch bitten innerhalb einer Zeitspanne automatisch eine SMS mit Koordinaten zu senden oder man gibt einen Bewegungsradius ein und entfernt sich das Gerät aus diesem, schlägt es ebenfalls via SMS Alarm.

Was muss man haben ? Einen GPS Tracker, eine Prepaid SIM Karte und eben ein zweites Handy für die Anwahl.

Kommunikation geschieht über SMS Versand. Bestimmte Code, die allerdings über Passwort gesichert sind, verraten dem Gerät, wie es sich verhalten soll. Für knapp 100 Euro und geringe Betriebskosten kann man zwar sein Boot und Wohnmobil – natürlich auch andere Sachen – nicht vor Diebstahl direkt schützen, aber bei der Wiederauffindung kann es schnell und effektiv helfen.


Gruß Hans

Hallo Hans!

Ich finde diesen Artikel von Dir hervorragend. Schön dargestellt. :top:

Gruß Walter

Nichtraucher
10.01.2010, 17:49
Tja,

böse Buben haben auch Internet und lesen Boote-Foren.

"Trailer und Zugfahrzeug ein osteuropäisches Kennzeichen, das Boot ein deutsches Boots-Kennzeichen. Die Streifenführerin, eine begeisterte Wassersportlerin, fällt dieses sofort auf"

Uns schon haben sie dazu gelernt, das nächste Boot wird an Ort und Stelle umgetauft, heißt dann nicht "GERDA" sondern "OLGA" und am Heck unter der Osteuropäischen Nationalen, prangt "HEIMATHAFEN WLADIDINGSDA"

Gruß
Willy

Jacky
10.01.2010, 18:02
Tja,

böse Buben haben auch Internet und lesen Boote-Foren.

Gruß
Willy


...keine Sorge der erfahrenen Bundespolizistin fällt noch so einiges auf.

Gruß Hans

Water
11.01.2010, 00:23
Die Erkenntnisse aus dem Forum können denen natürlich bekannt werden nach Lektüre entsprechender Beiträge hier.

Sie müssen es aber nicht, weil ich mir vorstelle, dass der logistische Aufwand der Recherche das Potential eines normalen Diebes übersteigt.

In Abwägung von öffentlicher (nutzerberechtigten) Preisgabe dieser Informationen zur Nichtveröffentlichung der Problemstellung überhaupt bin ich dennoch der Meinung, dass man mit einem gewissen Restrisiko die Veröffentlichungen bejahen sollte, um das Problem insgesamt darstellen zu können.

Gruß Walter

ivea
11.01.2010, 00:57
... und ich bräuchte kein Forum um mir zu überlegen, dass ein Kennzeichenmix doof aussieht und ich hätte auch eine große Fahrpersenning dabei, wo man möglichst wenig Boot sieht.

Es ist die Abgezocktheit, die das Problem darstellt.